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Dienstag, 13.02.2018

Rodigtturm nimmt nächste Hürde

Der Ausguck aus dem Wald zwischen Mulde und Berggasse kommt 2019. Er wird deutlich höher als der Vorgänger. Parken und hinwandern wird leichter.

Von Marcus Herrmann

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In diesem Bereich im Waldgebiet Rodigt soll der neue Turm gebaut werden.
In diesem Bereich im Waldgebiet Rodigt soll der neue Turm gebaut werden.

© Claudia Hübschmann

  • In diesem Bereich im Waldgebiet Rodigt soll der neue Turm gebaut werden.
    In diesem Bereich im Waldgebiet Rodigt soll der neue Turm gebaut werden.
  • Auf den Standort des alten Bauwerks deuten noch Steinstützen sowie eine rosa Markierung hin.
    Auf den Standort des alten Bauwerks deuten noch Steinstützen sowie eine rosa Markierung hin.

Nossen. So wie er einmal war, wird er nie wieder aufgebaut werden. Mit wehmütigem Blick in Richtung Stadt, sagt das ein älterer Anwohner am höher gelegenen Ende des Siebenlehner Weges. Der Pensionär meint den vierzehn Meter hohen Turm auf der Rodigthöhe, der vor zehn Jahren abgerissen werden musste. Dazu, dass der Turm schon bald wieder aufgebaut werden soll, sagt der Endsiebziger: „Das geht doch gar nicht, die Bäume sind inzwischen viel zu hoch, man würde gar nichts sehen, außer man fällt sie alle.“

Was der ältere Herr nicht weiß: Bereits seit vielen Jahren existieren Planungsunterlagen, die einen Neubau des Rodigtturmes vorsehen – und zwar nur wenige Meter neben dem ehemaligen Ausguck mit weitem Blick ins Muldental. Und: Weil der neue Turm fast doppelt so hoch wie der Vorgänger werden soll, würde sich das Problem mit den zum Teil großgewachsenen Bäumen auf der Rodigthöhe erledigen. Nur wenige Baumkrönen müssten der guten Sicht halber verschnitten werden.

Lange hatte es aber an der Umsetzung gehapert. Mal fand sich im Stadtrat nicht die nötige Mehrheit für eine klare Willensbekundung pro Neubau, mal gab es dringendere Probleme, mal sah man die Kosten für einen Ausbau von Waldwegen zum Turm sowie für einen Parkplatz und Hinweisschilder als zu hoch an.

Im Stadtrat am vergangenen Donnerstag wurden nun endgültig die Weichen in Richtung einer neuen Sehenswürdigkeit für Nossen gestellt. „Der Stadtrat hat die Planungsleistungen vergeben. Diese orientieren sich im Wesentlichen an den schon einmal da Gewesenen. Bis September sollen die Unterlagen fertig sein und anschließend wollen wir den Antrag zur Förderung stellen“, sagt Bauamtsleiterin Carola Bieber. Bis zu 80 Prozent der Maßnahme könnten über das Regionalmanagement des Klosterparks Altzella abgedeckt werden. Mit der Planung des Stahlturms wurde nun das Architekturbüro von Udo Scholz aus Käbschütztal beauftragt.

Die Gesamtkosten für das Projekt dürften sich bei rund einer Viertelmillion Euro einpendeln. Der Bau soll im kommenden Jahr beginnen. Der neue Aussichtturm wird circa 24 Meter hoch sein und neben der höchsten zwei weitere Ebenen zum Verweilen in 18 und neun Meter Höhe aufweisen. Der Stadtrat hatte sich dafür ausgesprochen, dass sich die neuen Pläne des Architekturbüros an den vorhandenen des Meißner Planungsbüros Voigt orientieren. Dieses hatten auf die neuerliche Ausschreibung für den Rodigtturm nicht mehr reagiert.

Bei den Gesamtkosten mit eingerechnet sind Leistungen, die die Stadt Nossen im Hinblick auf die neue Aussichtsplattform gewährleisten will. Dazu gehören eine bessere Parksituation und der Ausbau von Wanderwegen. „Die Stadträte haben letztlich zugestimmt, einen zentralen Zuweg vom Siebenlehner Weg aus dauerhaft instand zu setzen und für die Unterhaltung zu sorgen“, erläutert Carola Bieber. Ein Plan, der den Ausbau von drei Wanderwegen (zusätzlich von der Eichholzgasse und der Berggasse) vorsah, wurde auf Anraten des Bauamtes wieder verworfen.

Neben dem besseren Hauptweg will sich die Stadt außerdem um eine neue Beschilderung kümmern, die den Rodigtturm als Ziel aufführt und den Weg dorthin weist. „Außerdem wird vor dem Wanderweg eine Parkfläche aus Schotter angelegt, damit Autofahrer möglichst nahe am Rodtigtturm parken können“, so Bieber. Sechs Jahre nach dem erstmalig von Bürgermeister Uwe Anke (parteilos) ins Auge gefassten Baustart für den Turm im Muldental wird es wohl im kommenden Jahr tatsächlich soweit sein. Der Vorgänger war übrigens bereits 1884 vom Nossener Verschönerungsverein errichtet worden.