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Mittwoch, 01.06.2016

Rettung für die Volkshochschule

Die Stadt hat endlich ein neues Quartier für die VHS gefunden. Sie soll ins Zentrum ziehen.

Ein neuer Hauptsitz im Zentrum der Stadt war auch der Wunsch von Volkshochschuldirektor Jürgen Küfner.
Ein neuer Hauptsitz im Zentrum der Stadt war auch der Wunsch von Volkshochschuldirektor Jürgen Küfner.

© Norbert Millauer

Die Volkshochschule muss ihren Lehrbetrieb offenbar nicht einstellen. Mit einem Umzug ins Zentrum will die Stadtverwaltung der Schließung des Hauses am Seidnitzer Schilfweg zuvorkommen. Wegen Brandschutzmängeln hatte die Bauaufsicht mitgeteilt, bis spätestens zum Jahresende jegliche Weiternutzung zu untersagen.

Bereits im November hat das Rathaus mit der Suche eines neuen Standorts begonnen. Insgesamt seien 13 Angebote für Mietbüros eingegangen, so Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) an die Stadträte. Das Haus in der Annenstraße, in dem sich unter anderen eine Konsum-Filiale befindet, erfülle alle Kriterien. Deshalb werde das Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Postplatz favorisiert.

Auf insgesamt 648 000 Euro sollen sich die jährlichen Miet- und Betriebskosten belaufen. Die Volkshochschule würde einen Anteil von etwa 200 000 Euro übernehmen. Das Geld kommt aus dem eigenen Vereinsbudget. Den Rest schießt die Stadt zu, ebenso das Geld für den Umzug. Der Finanzausschuss muss den Plan Mitte Juni noch beschließen. Die Dresdner Volkshochschule ist mit fast 350 000 Besuchern im Jahr die größte in Ostdeutschland. Bisher verfügt sie neben dem Hauptsitz am Schilfweg über zwei weitere Standorte an der Gerokstraße in Johannstadt sowie am Helbigsdorfer Weg in Gorbitz. Über Teilnehmerbeiträge finanziert sich die VHS zu über 70 Prozent selbst. Ein neuer Hauptsitz im Zentrum war auch der Wunsch von Direktor Jürgen Küfner, der die Stadträte angesichts der drohenden Schließung um Hilfe bat.

Für das marode Haus am Schilfweg hat die Verwaltung bereits einen Plan. Es soll in Zukunft als Ausweichstandort für Schulen genutzt werden, die saniert werden müssen. Dafür müsste das Gebäude aber erst einmal selbst auf Vordermann gebracht werden. Denn neben Brandschutzmängeln gibt es fingerbreite Schlitze an den Fenstern, was die Heizkosten im Winter nach oben treibt. Durch Risse an der Fassade dringt außerdem Feuchtigkeit ein. Geld für die Sanierung steht derzeit nicht zur Verfügung, so Hilbert. Das Schulverwaltungsamt setze aber die Planungen fort, da es derzeit nicht genügend Schul-Ausweichstandorte gebe. Rein rechnerisch würden in das Haus eine vierzügige Grundschule oder eine dreizügige Oberschule passen. Wenn das Gebäude einmal ertüchtigt ist, soll zunächst die 44. Grundschule darin einziehen. Denn die geplante Sanierung und Erweiterung der Tolkewitzer Einrichtung sei mangels Ausweichmöglichkeiten erst einmal unterbrochen. (SZ/sr)