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Retter in Not

25.11.2016

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 Not
DLRG-Einsatzkräfte waren beim Hochwasser 2013 unverzichtbar. Jetzt braucht der Verein selbst Hilfe. | Foto: Hübschmann

Denk‘ ich an die DLRG in der Nacht... Nein, soweit ist es nicht bei Antje Unger. Aber die Schatzmeisterin der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V., Bez. Niederes Elbland e.V. (DLRG) steht wie der gesamte Verein vor einer Herausforderung, die es in sich hat und abends schon mal für Kopfschmerzen sorgen kann. Denn: Ein Umzug des Vereins von der Niederauer Straße aufs Areal der früheren Straßenmeisterei ist einen entscheidenden Schritt näher gerückt. „Nach langem Hin und Her stellt uns die Stadt Meißen das Gelände im Rahmen eines Pachtvertrages zur Verfügung“, sagt Antje Unger. Doch die Sache hat aus Sicht der DLRG einen Haken. Denn auf dem Gelände am Knotenpunkt Leipziger Straße/B6 wäre zwar ausreichend Platz und befindet sich auch eine brauchbare Bebauung. Investitionen sind allerdings trotzdem dringend nötig. „Der Standort ist ideal, aber im jetzigen Zustand für uns nicht nutzbar“, so Antje Unger.

Wie hoch der Investitionsbedarf ist, sei momentan überhaupt nicht absehbar. Eine fünfstellige Summe müsse man allerdings mit Sicherheit ins Kalkül ziehen, heißt es bei der DLRG. Die Stadt Meißen als Eigentümer habe bereits signalisiert, keine Mittel für einen Umbau bzw. Modernisierung zur Verfügung stellen zu können, so Antje Unger. Und die DLRG könne den notwendigen Betrag ebenfalls nicht allein erwirtschaften.

Was tun? Antje Unger zerbricht sich zu manch später Stunde den Kopf darüber. Denn der Umzug aus den viel zu kleinen Räumen im jetzigen Domizil ist unvermeidlich. Hilfe erhofft sich die DLRG eventuell von ihrer „Hausbank“, der Sparkasse Meißen – eventuell in Form eines Kredits. Zudem wird der Verein gezielt um Spenden für den Umbau bitten. An die Mitglieder der DLRG wird der Aufruf gehen, sich mit Eigenleistungen zu beteiligen, um die Kosten zu minimieren. Und natürlich klopft Schatzmeisterin Antje Unger sämtliche Förder- und Stiftungstöpfe ab, um Finanzspritzen zu bekommen.

Dabei hofft die DLRG natürlich auch auf einen gewissen „Bonus“, den sich die Mitglieder in der Vergangenheit in Meißen und Umgebung erkämpft haben. Bei den Hochwassern in und um die Domstadt insbesondere 2002 und 2013 standen die Frauen und Männer bei zahlreichen Einsätzen mit Kompetenz, Fähigkeit und ihrer Technik zur Verfügung, um Menschen aus Gefahrensituationen zu retten. Mit ihren vier Booten brachten sie Rettungskräfte und Technik zu den Einsatzorten, holten betroffene Menschen aus überfluteten Häusern heraus. Wobei der Vereinsvorsitzende Steffen Hausch einschränkt: „Wir sind vor allem der technische Dienstleister, aber nicht der Arzt.“

Menschen vor dem Ertrinken zu retten – das ist die Kernaufgabe der DLRG. Das geht unter anderem über Prävention, indem über Gefahren im Wasser aufgeklärt wird, aber auch eine Schwimm- und Rettungsschwimmerausbildung angeboten wird. Davon profitieren unter anderem Schwimmbäder, Vereine, Schulen und Kindereinrichtungen.

Einsatztechnisch ist die DLRG gut ausgerüstet, so Steffen Hausch. Dass unter seinen knapp 300 Mitgliedern viele junge Leute sind, freut ihn natürlich. Sie bei der Stange zu halten, ist allerdings nicht immer einfach, weil zum Beispiel für die Rettungsschwimmerausbildung geeignete Kapazitäten in der Region rar sind.

Noch ein logistisches Problem also. Zumindest, was den Umzug ins neue Domizil betrifft, ist die Schatzmeisterin vergleichsweise optimistisch.

„Wir verlieren den Mut nicht und bekommen das schon gebacken“, sagt Antje Unger. „Wir müssen nur dranbleiben.“

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Bez. Niederes Elbland e.V.

Niederauer Str. 26-28 | 01662 Meißen

Telefon: 03521 735987 | Telefax: 03521 4172431

steffen.hausch@dlrg-meissen.de | www.dlrg-meissen.de