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Mittwoch, 18.10.2017

Retter auf Unfallsuche

Weil sich ein Betroffener am Notruf nicht richtig verständigen kann, wird auf der Autobahn ein dringender Hilfseinsatz verzögert.

Der schwer verletzte Beifahrer des Mercedes wurde bei dem Unfall eingeklemmt und musste von der Görlitzer Feuerwehr aus dem Auto befreit werden.
Der schwer verletzte Beifahrer des Mercedes wurde bei dem Unfall eingeklemmt und musste von der Görlitzer Feuerwehr aus dem Auto befreit werden.

© Feuerwehr

Görlitz. Zu einem ungewöhnlichen Verkehrsunfall kam es am Mittwoch auf der A4 zwischen der Autobahnauffahrt Görlitz und dem Grenzübergang. Ungewöhnlich deshalb, weil zwischen dem abgesetzten Notruf und dem Eintreffen der Rettungskräfte über 45 Minuten vergingen.

Ein 45-jähriger Pole befuhr mit seinem Mercedes die rechte Fahrspur und wollte einen vor ihm fahrenden Laster überholen. Dabei berührte der Pkw mit seiner rechten Fahrzeugseite den Auflieger. Um 5.50 Uhr verlor der Fahrer die Kontrolle, der Mercedes schleuderte, der Lkw bremste, und das Auto verkeilte sich mit der Beifahrerseite unter dem Heck des Lasters. Dabei wurde der polnische Beifahrer (52) schwer verletzt. Am Notruf äußerte der Anrufer, der litauische Lkw-Fahrer (33), aber nur wenige Brocken wie „Ambulance“ und „Autostrada“ und legte wieder auf. Mehrere Versuche, die Handynummer zurückzurufen, scheiterten. So blieb nur eine Suche auf dem gesamten Abschnitt der A4, der beim Notruf zur Rettungsleitstelle Hoyerswerda gehört. Mehrere Rettungswagen und Streifen der Polizei suchten von Weißenberg bis zur Landesgrenze beide Seiten der Autobahn ab, bis Polizisten die Unfallstelle nahe der Ludwigsdorfer Grenzbrücke fanden. Erschwert wurde die Suche durch die Dunkelheit, aber auch durch den Fakt, dass die eigentliche Unfallstelle auf der vom Fahrstreifen abgewandten Seite lag und damit für andere Fahrer kaum erkennbar war.

Nach der Ortung alarmierte die Leitstelle um 6.40 Uhr die Berufsfeuerwehr Görlitz, die mit vier Fahrzeugen ihres Rüstzuges ausrückte und die Freiwillige Ortsfeuerwehr Stadtmitte mit einsetzte. Die Wehrleute befreiten mit spezieller Technik den eingeklemmten Schwerverletzten aus dem Auto, ein Rettungswagen brachte ihn ins Klinikum. An den Fahrzeugen entstand Sachschaden in Höhe von insgesamt rund 21000 Euro. Für die Bergungsarbeiten war die A4 zeitweise gesperrt.