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Sonntag, 10.05.2015

„Rennsteig-König“ verabschiedet sich

15 227 Läufer, Nordic Walker und Wanderer sind am Samstag beim 43. GutsMuths-Rennsteiglauf gestartet. Nur 294 von ihnen kamen auf den anspruchsvollen Strecken nicht ins Ziel. Das spricht für die gute Vorbereitung der Starter auf den größten europäischen Crosslauf.

Läufer sind auf dem Rennsteig zwischen Neuhaus am Rennweg und Schmiedefeld beim Marathonlauf unterwegs.
Läufer sind auf dem Rennsteig zwischen Neuhaus am Rennweg und Schmiedefeld beim Marathonlauf unterwegs.

© dpa

Schmiedefeld. Mit einem Rekord für die Ewigkeit verabschiedete sich Christian Seiler vom Traditionslauf auf dem Thüringer Höhenweg. Zehnmal startete der 31 Jahre alte Ostthüringer aus Pöllwitz beim GutsMuths-Rennsteiglauf. Zehnmal beendete er eine der Hauptstrecken als Tagessieger: Je dreimal beim Halbmarathon und dem Supermarathon, wo er auch den Streckenrekord hält. Am Samstag kam der vierte Marathon-Erfolg dazu. „Heute bin ich zum letzen Mal um den Sieg gelaufen. In Zukunft werde ich nur noch dabei sein“, kündigte Rekordsieger Seiler nach dem Zieleinlauf an.

Nachdem er in diesem Jahr sein Trainingsprogramm schon etwas reduziert hatte, fiel ihm der Jubiläums-Sieg extrem schwer, obwohl Seiler bis drei Kilometer vor dem Ziel den 14 Jahre alten Streckenrekord noch im Visier hatte. „Dann setzten starke Krämpfe ein. Ich musste drei Minuten stehenbleiben, die Beinmuskulatur dehnen, wäre fast nicht ins Ziel nach Schmiedefeld gekommen“, berichtete Seiler. Da habe er ernsthaft um den angestrebten zehnten Sieg gefürchtet. „Die Zehn wollte ich aber unbedingt voll machen. Da kam mir das ’Geschenk‘ der Konkurrenz entgegen“, schmunzelte er.

Im Ziel hatte Seiler immer noch mehr als zehn Minuten Vorsprung auf die nachfolgenden Läufer. Der viertplatzierte Erfurter Zahnarzt Marcus Gauder, Sohn des Geher-Olympiasiegers Hartwig Gauder, kam sogar mehr als eine Viertelstunde später ins Ziel.

Einsamer Rekord über 43,5 Kilometer

Noch größer war der Vorsprung der Marathon-Gewinnerin Nora Kusterer. Die Schwarzwälderin, die seit ihrem Studium in Jena lebt und trainiert, sorgte für den einzigen Streckenrekord. Für die 43,5 Kilometer von Neuhaus nach Schmiedefeld benötigte die 26-Jährige 3:01:31 Stunden, lag fast 20 Minuten vor der Konkurrenz und verbesserte bei ihrer Premiere die 14 Jahre alte Bestmarke der Ukrainerin Tanja Semjonowa um fast sechs Minuten. „Ich komme bestimmt wieder. Eine Zeit unter drei Stunden sollte möglich sein“, bemerkte die Läuferin des SV Oberkollbach.

Supermarathon-Gewinner wurde erstmals in der 43-jährigen Lauf-Geschichte mit Wolf Jurkschat ein Schmiedefelder. Der Hobbyläufer hielt von Beginn an sein Tempo, lag bis zum Inselsberg zurück und übernahm erst beim Anstieg zum Beerberg die Führung. „Die letzten zehn Kilometer waren sehr schwer, bin ich ’auf dem Zahnfleisch‘ gelaufen. Dass ich erster Schmiedefelder Sieger bin, macht den Erfolg noch schöner“, schätzte er ein.

Schnellste Frau auf dem „langen Kanten“ war bei ihrem ersten Versuch auf der längsten Strecke die Erfurterin Kristin Hempel, im Vorjahr Marathon-Zweite. Die Siege auf den 21,1 Kilometer von Oberhof aus sicherten sich bei trotz einiger Regenschauer gutem Laufwetter mit frühlingshaften Temperaturen Nicole Kruhme aus Gehlberg und der Wernigeröder Thomas Kühlmann. Schnellste der Oberhofer Wintersport- Asse, die den Lauf als Auflockerung ihres Vorbereitungs-Trainings nutzten, waren Langläufer Thomas Wick (Zella-Mehlis) als Achter und Biathlon-Staffelweltmeister Daniel Böhm (Buntenbock) auf Rang 18.

Dass von den 15 227 Startern nur 294 nicht das Ziel in Wertung erreichten, ist auch ein Verdienst der Organisatoren. Sie hatten in den Wochen vorher zahlreiche gut angenommene Vorbereitungsläufe auf Teilstrecken des Rennsteigs organisiert, um den Startern Trainingsmöglichkeiten anzubieten. (dpa)

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