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Mittwoch, 18.10.2017

Rekordeinnahmen für Bundesländer durch Grunderwerbsteuer

Die Immobilienbranche boomt weiter in Deutschland. Kreditzinsen befinden sich noch immer auf einem niedrigen Niveau. Noch nie konnten Deutsche so günstig an Gelder zur Finanzierung ihres Traumhauses gelangen. Doch gerade aufgrund der Nachfrage werden Immobilien teurer und teurer. Der Ruf nach einer Senkung der Grunderwerbsteuer wird deswegen lauter, auch weil die Bundesländer durch die jetzige Entwicklung Rekordeinnahmen verbuchen.

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Bild 1 michaeljung - 319418210 / Shutterstock.comBild 2 Überblick der Hebesätze für die Grundsteuer in Deutschland. Statistikquelle: kreditvergleich.net
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Der Immobilienmarkt in Deutschland boomt weiter. Die eher lasche Zinspolitik der Europäischen Zentralbank macht es für interessierte Hauskäufer weiterhin möglich, günstig an die benötigten Gelder zur Finanzierung des Eigenheims zu gelangen und so vom Mieter zum Käufer zu werden.

Diese Entwicklung beschleunigt die Nachfrage zunehmend. In vielen Gegenden Deutschlands - gerade in den Metropolregionen wie um Berlin, Hamburg oder München - gehen den Maklern deswegen allmählich Bauland und Grundstücke aus. Zudem werden aufgrund der ungebremsten Nachfrage die Immobilien immer teurer.

Doch dies ist längst nicht das einzige Problem für potentielle Käufer, die zunehmend mehr Geld zur Finanzierung ihres Traumhauses bei der Bank aufnehmen müssen. Auch die Nebenkosten, die mit dem Kauf einer Immobilie einhergehen, machen vielen Menschen zu schaffen. Dies betrifft vor allen Dingen die Steuern, und konkret die Grunderwerbsteuer, die Immobilienbesitzer beim Kauf einer Immobilie an den Fiskus abzuführen haben (siehe der in Bild 2 aufgeführten Statistik, Statistikquelle hierzu ist kreditvergleich.net).

Doch dies ist längst nicht das einzige Problem für potentielle Käufer, die zunehmend mehr Geld zur Finanzierung ihres Traumhauses bei der Bank aufnehmen müssen. Auch die Nebenkosten, die mit dem Kauf einer Immobilie einhergehen, machen vielen Menschen zu schaffen. Dies betrifft vor allen Dingen die Steuern, und konkret die Grunderwerbsteuer, die Immobilienbesitzer beim Kauf einer Immobilie an den Fiskus abzuführen haben.

Laut einer Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die der Wochenzeitung WELT vorliegt, erwarten die deutschen Bundesländer aufgrund des boomenden Immobilienmarktes für dieses Jahr eine Rekordeinnahme. 13,54 Mrd. Euro sollen so in die Kassen der Länder gespült werden. Dies ist ein Plus von mehr als neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Größte Einnahmequelle der Länder

Wegen der hohen Nachfrage und der daraus resultierenden Teuerung von Immobilien wird allmählich der Ruf nach einer Senkung der Grunderwerbsteuer lauter. Leisten können sich dies die Länder allemal, bloß möchte man von Schleswig-Holstein bis Bayern ungern auf die Gelder verzichten - verständlich, immerhin macht die Grunderwerbsteuer fast die Hälfte der Einnahmen der Länder aus.

Genau dies stößt nunmehr aber auf harsche Kritik. Denn natürlich wirkt eben jene Grunderwerbsteuer als zusätzlicher Preistreiber, der es für viele Menschen nur noch teurer und somit schwerer macht, sich jetzt noch für den Kauf eines Eigenheims zu entscheiden. Doch nicht nur von Seiten potentieller Immobilienkäufer hagelt es forsche Töne. Auch Klaus-Peter Hesse, Geschäftsführer des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), meint: „Die Grunderwerbsteuer ist in Deutschland - auch im Vergleich zu unseren Nachbarländern - viel zu hoch.“

Hinzu kommt dann auch noch die Grundsteuer, die von den Kommunen festgesetzt wird und im Regelfall vierteljährlich entrichtet werden muss und eine zusätzliche finanzielle Hürde darstellt, die gerade deswegen so unbeliebt ist, weil sie eine regelmäßige Belastung an Immobilienbesitzer darstellt. Zusammen mit der Grunderwerbsteuer und anderen Kosten, beispielsweise für Gutachten, Grundbucheinträge oder den Makler und Notar, kommt auf angehende Eigenheimbesitzer demzufolge eine erhebliche finanzielle Belastung zu. Jetzt die Sätze für den Grunderwerb zu senken, das erscheint vielen da nur gerecht.

Wollen Bund und Länder keine Eigentümer?

Seit nunmehr elf Jahren besitzen die deutschen Bundesländer das Recht, ihren Steuersatz für den Grunderwerb selbst festlegen zu dürfen. Um die teils klammen Kassen der Länder aufzubessern, war dies lange Zeit ein probates Mittel.

Interessierten Hauskäufern kam diese Regelung allerdings weniger zugute. Die Wohneigentumsquote stagniert in Deutschland seit jener Zeit beharrlich bei 45 Prozent. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit hinten. Das europäische Mittel liegt bei über 70 Prozent.

Seit 2006 haben die meisten Bundesländer den Grunderwerbsteuersatz merklich erhöht. Lag dieser vor der neuen Kompetenzregelung in allen Ländern noch bei 3,5 Prozent, haben einige Länder, derzeit fünf an der Zahl, den Steuersatz mittlerweile auf 6,5 Prozent erhöht. Nur Bayern und Sachsen sind bei 3,5 Prozent geblieben.

Auch deswegen stand eine Senkung der Grunderwerbsteuer auch im kürzlich zu Ende gegangenen Wahlkampf für den Bundestag auf dem Plan. Diese ging aufgrund zahlreicher anderer Themen wie der Debatte über die Obergrenze für Flüchtlinge jedoch im medialen Echo unter. Vor allem die CDU/CSU und FDP warben für eine Reduzierung der Steuerbelastung beim Bürger.

Dies allerdings war bereits Thema bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai dieses Jahres. Hier wurde ebenfalls eine Senkung der Grunderwerbsteuer in Aussicht gesetzt, bislang hat sich dies aber noch nicht bewahrheitet, obwohl die schwarz-gelbe Koalition in Nordrhein-Westfalen mittlerweile regiert.

Die Begründung für das Beharren auf dem weiterhin hohen Steuersatz fällt relativ simpel aus: Nicht nur Eigenheimkäufer würden davon profitieren, sondern auch Großkäufer. Dafür wolle man nun aber für einen Freibetrag bis 250.000 Euro bei der Grunderwerbsteuer plädieren und dieses Vorhaben über eine Gesetzesinitiative in den Bundestag bringen.

Gefahr der Überschuldung bei Finanzierungsvorhaben

Weil Immobilien immer teuer werden, müssen Eigenheiminteressenten auch immer höhere Immobiliendarlehen bei ihren Banken aufnehmen, um die Kosten für das neue Heim stemmen zu können. Weil die Zinsen derzeit aber noch immer niedrig liegen, haben viele Menschen vor dem Schritt der höheren Verschuldung aber nur wenige Hemmungen.

Doch eben hier liegt auch eine große Gefahr. Denn was dabei häufig außer Acht gelassen wird, ist die oftmals viel zu hohe Anschlussfinanzierung, wenn die Zinsbindungsfrist nach fünf, zehn oder fünfzehn Jahren ausläuft.

Auch deswegen sollten sich angehende Immobilienbesitzer darum bemühen, bereits vor dem Hauskauf einen nachhaltigen Finanzierungsplan aufzustellen, der alle Eventualitäten mit einplant. Dazu zählt es beispielsweise auch, alle Nebenkosten zu bedenken, die beim Hauskauf eben auch mit anfallen.

Die Grunderwerbsteuer ist nämlich nur eine davon. Beispielsweise sollten unerfahrene Hausbesitzer sich bereits bei der Immobiliensuche auf professionelle Gutachten verlassen und nicht selbst versuchen, den Wert einer Immobilie korrekt einzuschätzen. Hier ist der stark subjektive Blick nämlich oft durch den Wunsch, endlich Eigenheimbesitzer zu werden, getrübt.