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Reisen in die USA: Pass und ESTA rechtzeitig beantragen

Indian Summer an der Ostküste oder noch ein wenig Sonne tanken an der Küste Kaliforniens: Die Herbstferien eigenen sich ganz hervorragend für eine Reise in die USA.

18.09.2017

 die USA: Pass und ESTA rechtzeitig beantragen
Bildautor: Bobby Sun / Cina

Jetzt sind die heißen Sommermonate verbiet, die Hurrikan-Saison in Florida läuft langsam aus, und die Natur zeigt sich nicht nu ran der Ostküste von ihrer schönsten Seite. Gerade an der Ostküste ist das Klima etwa dem vergleichbar, was man aus Deutschland gewohnt ist - angenehm also. Die Nationalparks Yosemite und Sequola sollte man während der Herbstferien allerdings schon meiden, denn hier werden jetzt die ersten Straßen aufgrund von Schnee unbefahrbar.

Alle Formulare rechtzeitig beantragen

Deutschland gehört zu den ESTA-Ländern. Es ist also möglich, ohne Visum einzureisen. Nötig ist ist dagegen die Beantragung des sogenannten ESTA, des Electronic System for Travel Authorisation. Das elektronische System zur Einreisegenehmigung wird vom Department for Homeland Security betrieben und beugt auf einem Abkommen zwischen den USA und mehreren anderen Ländern. Es soll das relativ kurzfristige und unkomplizierte Reisen in die USA ermöglichen. Elektronisch ausgeführt, wird der Antrag jeweils sehr schnell bearbeitet und kann dementsprechend sogar wenige Tage vor der Abreise noch ausgefüllt werden. Nötig ist dafür allerdings ein gültiger Reisepass. Auch für Kinder. Die haben in Deutschland normalerweise nur einen Kinderpass, mit dem kann das ESTA Verfahren aber nicht abgeschlossen werden. Um das Ausstellen eines neuen Reisepasses (auch für ein Kind) dauert wenigstens vier Werktage. Denn deutschlandweit kann nur eine einzige Druckerei die Pässe herstellen. Es lohnt also, den Antrag auf einen Reisepass rechtzeitig zu stellen. Der vorläufige Reisepass kann nämlich für ESTA ebenfalls nicht herangezogen werden.

Die rechtlichen Feinheiten

Das Visa-Waiver-Programm sieht keine schnelle Genehmigung für die Einreise vor. Man sollte wissen, dass man mit ESTA nur die Anreise genehmigt bekommt, nicht aber die Einreise. Denn über die entscheidet immer noch der jeweilige Beamte nach der Anreise, also bei der Ankunft in den USA. Das Visa-Waiver-Programm ist insbesondere für Geschäftsreisende vorteilhaft, denn diese Menschen müssen oft genug innerhalb von wenigen Tagen ihre komplette dienstliche Reise organisieren. Der elektronische Antrag vereinfacht das Prozedere für sie, und normalerweise wird auch niemand bei der Einreise zurückgewiesen. Wer bereits ein gültiges Visum hat oder US-amerikanischer Staatsbürger ist, benötigt kein ESTA.

Warum nun so kompliziert?

Bei ESTA geht es den amerikanischen Behörden natürlich nicht darum, den ausländischen Geschäftsreisenden das Leben so leicht wie möglich zu machen. Vielmehr wollen sie die Möglichkeit haben, die Namen und Bilder der eingemeinden Personen noch vor der tatsächlichen Einreise mit den Fahndungs- und Strafvervolgungslisten abzugleichen. Jede Reisegenehmigung ist übrigens zwei Jahre gültig und kann wiederholt genutzt werden. Sie kann aber auch in der Zwischenzeit widerrufen werden. Wird der zu Grunde liegende Pass ungültig, verliert auch die Reisegenehmigung ihre Gültigkeit. Und es ist nicht schlimm, wenn die Genehmigung zwar bei der Einreise noch gültig ist, bei der Abreise aber nicht mehr. Denn ohne Visum darf man sich ohnehin nur maximal neunzig Tage in den USA aufhalten.

Datenaustausch und -speicherung

Reisende in die USA sollten sich allerdings immer bewusst sein, dass die deutsche Regierung mit den USA und einigen anderen Regierungen Abkommen zur Reisedatenspeicherung getroffen hat. Alle Daten der Buchung werden im Regelfall 15 Jahre gespeichert. Sensible Daten wie ethnische Zugehörigkeit oder Religionszugehörigkeit sollten vorher aus den Datensätzen herausgefiltert werden. Allerdings ist das System so undurchsichtig, dass niemand wirklich weiß, ob das passiert und was mit den Daten überhaupt gemacht wird.