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Dienstag, 13.02.2018

Reh nur von Auto angefahren?

Das tote Tier lag am Montag auf einem Feld bei Göhra. Schnell war vom Wolf als Übeltäter die Rede. Wirklich ganz abwegig?

Von Catharina Karlshaus

Die blutigen Überreste eines Rehbocks lagen Montagvormittag hinter Weßnitz in Richtung Göhra.
Die blutigen Überreste eines Rehbocks lagen Montagvormittag hinter Weßnitz in Richtung Göhra.

© Kristin Richter

Ebersbach. Wer gute Augen hat, erspähte den Kadaver sofort: Auf einem Feld nahe der Straße schimmerte es intensiv rot. Bei näherer Betrachtung ist es dann unübersehbar. Ein totes Reh liegt dort, teilweise bis auf das Skelett abgefressen, daneben große Lachen von Blut und ein abgetrenntes Bein. Ein Ebersbacher – der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will – informierte daraufhin den zuständigen Jagdpächter Thomas Lißner. Gemeinsam mit seiner Frau ist der 32-Jährige für die betreffende Region zuständig. Der Finder der Überreste ist sich sicher, dass es sich um das hungrige Werk eines Wolfes handelt. „Ein verletztes Tier blutet nicht mehr so stark nach, das Bein lag entfernt vom restlichen abgenagten Körper, und auch sonst sieht vieles danach aus“, ist sich der Mann im SZ-Gespräch sicher. Immerhin: Ende November vergangenen Jahres war tatsächlich ein Schaf auf einer Weide hinter der Ebersbacher Hauptstraße von einem Wolf gerissen worden. Die Spurenlage rings um das getötete Muttertier war damals eindeutig und selbst ein Trittsiegel des Wolfes gut sichtbar gewesen.

Anders die Situation offenbar an diesem Montag. Der herbeigeeilte Jagdpächter untersucht sowohl das Tier als auch den Fundort. „Sicher ein Zusammenstoß mit einem Fahrzeug“, befindet Lißner und trägt die Überreste des Rehbocks zu seinem Auto. Sie würden nun in die Tierkörperbeseitigungsanstalt Lenz (TBA) gebracht. „Ein Wolf war das nicht! Das würde anders ausschauen“, ist sich der Pächter sicher.