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Mittwoch, 26.12.2012

Regen und Tauwetter lässt Felsen abbröckeln

Bei Diera-Zehren sind am Dienstag Felsteile abgestürzt.

Diera-Zehren. Nach Regen und Tauwetter sind am Weihnachtstag in Diera-Zehren (Landkreis Meißen) Felsen abgebrochen und in ein Grundstück sowie auf die Bundesstraße 6 gestürzt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Wie die Polizeidirektion Oberes Elbtal- Osterzgebirge am Mittwoch bekanntgab, wurde in der Nacht zu Heiligabend im Ortsteil Zehren ein Auto in einer Garage verschüttet. Der Sachschaden liegt bei 30.000 Euro. Am Mittag gab es einen weiteren Felsabbruch. Dabei fielen etwa zehn Kubikmeter Gestein auf die B 6. Die Feuerwehr beräumte die Fahrbahn zunächst halbseitig, damit der Verkehr wieder rollen konnte.

Steinschläge und Felsstürze sind in einem bergigen Land wie Sachsen im Frühjahr keine Seltenheit. Das Gebirge wird durch Frost im Winter quasi „gesprengt“. Setzt Tauwetter ein, kann der Stein in Bewegung geraten. Was vorher schon auf der Kippe stand, fällt nun zu Boden. Wasser wirkt in Kombination mit Erde oder Mineralien dann wie ein Gleitmittel. Von Steinschlägen sprechen die Experten, wenn das herunterfallende Material etwa die Größe von Fußbällen hat. Bei Felsstürzen erreichen die Steine schon die Größe von Autos. Größere Abbrüche werden als Bergstürze bezeichnet.

Sachsen führt eine „Felssturz-Datenbank“. In den vergangenen 100 Jahren sind dort gut 300 Fälle aufgeführt. Letztmals wurde im Jahr 2000 ein gewaltiger Felssturz registriert. Dabei gingen am Wartturm im Basteigebiet (Sächsische Schweiz) 500 Kubikmeter Gestein ab. Regelmäßig überwacht wird beispielsweise der Königstein im Elbsandsteingebirge. Experten zufolge ist prinzipiell jede Gesteinsart betroffen - auch der harte Granit verwittert und wird damit ein potenzieller Fall für Steinschlag oder Felssturz. (dpa)