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Dienstag, 26.01.2016

Rechte wollen sich offenbar in die Menschenkette einreihen

Rund um den 13. Februar ist bislang kein Gedenkmarsch von Neonazis geplant. Sie wollen sich unter die Bürger mischen. Die Antwort der Stadt ist eindeutig.

Von Andreas Weller

Zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens 1945 ist am 13. Februar auch wieder eine Menschenkette geplant.
Zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens 1945 ist am 13. Februar auch wieder eine Menschenkette geplant.

© Ronald Bonß

Zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens 1945 sind am 13. Februar wieder viele Veranstaltungen geplant – auch die traditionelle Menschenkette. Bislang hat das Bündnis Dresden Nazifrei befürchtet, dass Neonazis den Tag wieder für ihre Deutung der Geschichte missbrauchen wollen und rund um das Datum einen sogenannten Gedenkmarsch, wie die Rechten es bezeichnen, planen. So wie in den vergangenen Jahren auch.

Doch das gilt als unwahrscheinlich. Der Protest gegen die Geschichtsklitterung scheint zu wirken. Maik Müller, der bereits häufig die rechten Versammlungen geleitet und angemeldet hat, äußerte sich jetzt gegenüber der SZ. Demnach wird in diesen Kreisen diskutiert, ob eine Versammlung überhaupt noch umsetzbar sei. „Es stellt sich insbesondere die Frage, inwieweit das Organisationskomitee die Sicherheit der Teilnehmer noch gewährleisten kann“, so Müller. Er spricht von einer zunehmenden Radikalisierung extrem linker Kreise, die er unter anderem an Ausschreitungen in Leipzig festmacht. Stattdessen wolle man die offiziellen öffentlichen Veranstaltungen verstärkt in den Fokus stellen und „kritisch begleiten“, beispielsweise an der Frauenkirche und die Menschenkette.

Wenn sich Neonazis in die Menschenkette einreihen, kann die Stadtverwaltung wenig dagegen tun. „Grundsätzlich können wir keine Gesinnungsüberprüfung machen“, so Rathaussprecher Kai Schulz. „Aber die Strategie, die Menschenkette zu ,unterwandern`, ist grotesk und auch dumm.“ Die zentrale Aussage der Menschenkette bleibe unverwässert, ein Zeichen für Menschlichkeit, gegen Krieg und Gewalt. „Was die Neonazis hier versuchen, ist ungefähr so schlau, wie als Fan von Aue sich einen Dynamo-Schal umzuwerfen, in den K-Block zu gehen und anschließend zu behaupten, man hätte Dresden durch diese Aktion geschadet“, so Schulz.