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Dienstag, 18.06.2002

Raufereien im Chlorwasser

Von Manuela Radvan

HochschulSZene testet in diesem Semester Sportangebote des Universitätssportzentrums (USZ) auf Herz und Nieren.

Die Wasseroberfläche beginnt zu brodeln. Dann tauchen alle auf und prusten. „Mensch, der hätte reingehen müssen“, japst Wirtschaftsingenieurstudent Lars Richter. Sein Gesicht und die Gesichter seiner Mitspieler sind von Schnorchel und Taucherbrille verdeckt. Die Zwölf spielen Unterwasserrugby. Was exotisch klingt, hat seinen Ursprung in Deutschland. Es war ein Deutscher, der 1961 auf die Idee eines Ballspiels unter Wasser kam.

Auch an der Technischen Universität Dresden kann diese außergewöhnliche Sportart betrieben werden. Was wenige vermuten: Die Studentenmannschaft spielt in der 1. Bundesliga. Doch beim Torpedo Dresden e. V. trainieren nicht nur Studenten. Mit Beate Domansky ist eine freischaffende Malerin „an Bord“. „Frauen und Männer spielen zusammen“, erklärt die 33-jährige Wassersportlerin.

Der Anpfiff ertönt mittels einer Hupanlage, die auch unter Wasser zu hören ist. Schon stürzen sich die einzelnen Spieler tauchend und das Wasser aufwirbelnd auf den salzwassergefüllten Ball. Dieser darf in der Spielzeit von zwei mal 15 Minuten nur unter Wasser geführt werden. „Der Ball muss so häufig wie möglich in den auf dem Beckenboden stehenden gegnerischen Metallkorb platziert werden“, erklärt Trainingsleiter Wolfgang Brühan die Regeln. Was über Wasser harmlos aussieht, kann sich unter der Oberfläche zu einem Kampf um den Ball entwickeln. „Kratzen, Beißen, Schlagen und Treten sind natürlich verboten“, betont Wolfgang. Jedoch seien blaue Flecken und leichte Striemen durch die Flossen keine Seltenheit, ernsthafte Verletzungen jedoch die Ausnahme, so der 21-Jährige.

Kurze Zeit später tauchen die Spieler wieder ab. Nur ein paar blubbernde Luftblasen an der Wasseroberfläche erinnern noch an sie.