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Dienstag, 03.10.2017

Raserei auf der Langen Straße

Nicht alle Autofahrer halten sich an das Tempolimit in der Altstadt. Für Anwohner und Fußgänger ist das mehr als ein Lärmproblem.

Von Mareike Huisinga

Anwohner klagen, dass sich zahlreiche Pkw-Fahrer nicht an das vorgeschriebene Tempolimit halten.
Anwohner klagen, dass sich zahlreiche Pkw-Fahrer nicht an das vorgeschriebene Tempolimit halten.

© Andreas Weihs

Pirna. Ganz am Anfang der Langen Straße, am Steinplatz, werden Autofahrer darauf hingewiesen, dass hier Pirnas innerstädtische Tempo-20-Zone beginnt. Das scheinen viele nach ein paar Metern allerdings schon wieder vergessen zu haben.

„Nur die wenigsten halten sich in der Langen Straße an das Tempolimit“, stellt Thomas Groer fest. Er muss es wissen, denn er hat die Lange Straße gut im Blick. Sein Fahrradladen befindet sich genau an der Ecke Dohnaische Straße/Lange Straße.

Zum einen sei es das ein Lärmproblem, da die Straße nicht asphaltiert, sondern mit Kopfsteinpflaster ausgelegt ist. „Ab sechs Uhr morgens brauchen die Anwohner keinen Wecker mehr“, erklärt Groer. Aber es geht auch um die Sicherheit. Denn schon oft habe er beobachtet, dass vor allem Kinder das Ende der Fußgängerzone nicht wahrnehmen, obwohl unter anderem Poller darauf hinweisen. „Viele laufen einfach weiter in Richtung Elbe. Und da an dieser Stelle die Lange Straße auf die Dohnaische einbiegt, ist es gefährlich, wenn hier die Autos zu schnell um die Ecke geschossen kommen“, berichtet der Unternehmer. Außerdem wurde die Dohnaische Straße vom Zwinger aus für Fahrradfahrer bis zur Fußgängerzone freigegeben. „Manche nutzen den Fußweg, weil sie fürchten, mit zu schnell fahrenden Autos zusammenzustoßen“, sagt Thomas Groer.

Sein Vorschlag an die Stadtverwaltung: An die Ecke Badergasse/Lange Straße ein weiteres Schild mit dem Hinweis auf das Tempolimit anbringen.

Polizei schaut sich Situation an

Thomas Groer ist nicht der einzige, der über Raserei in der Langen Straße klagt. Auch Monika Jogeleit vom Betreuungsverein Pirna (BVP) kritisiert, dass einige Autofahrer mit mehr als 40 Kilometern in der Stunde unterwegs sind. Das Büro des BVP befindet sich direkt in der Langen Straße. „Vermutlich verleitet die gerade Streckenführung dazu, aufs Gaspedal zu drücken“, überlegt sie laut.

Für die Polizei ist dieses Thema allerdings neu. „Bisher sind keine Bürgerbeschwerden über zu schnelles Fahren auf der Langen Straße bei uns eingegangen“, sagt Marko Laske, Sprecher der Polizeidirektion Dresden. Dennoch wollen sich Beamte jetzt die Situation vor Ort anschauen. „Sollte sich die Einschätzung bestätigen, werden wir mit Sicherheit Maßnahmen ergreifen und unter anderem Kontrollen durchführen“, verspricht Marko Laske.

Die Stadtverwaltung Pirna sieht hingegen keinen Handlungsbedarf. „Die Kraftfahrer werden beim Eintreten und beim Verlassen der 20er-Zone korrekt auf die Geschwindigkeitsbegrenzung beziehungsweise auf die Aufhebung des Tempolimits hingewiesen“, erklärt Stadtsprecherin Jekaterina Nikitin.

Eine weitere Beschilderung innerhalb der Zone sei laut Verkehrsordnung deshalb nicht vorgesehen. Nikitin weist außerdem darauf hin, dass in der Langen Straße Erhöhungen eingebaut wurden, die zur Geschwindigkeitsreduzierung beitrügen.