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Donnerstag, 04.01.2018

Radfahrer fordern bessere Umleitung für gesperrtes Königsufer

Die Alternative führt auf die Große Meißner Straße, wo 30 000 Autos fahren.

Von Sandro Rahrisch

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Der Elberadweg ist momentan zwischen Carolabrücke und Uferstraße gesperrt.
Der Elberadweg ist momentan zwischen Carolabrücke und Uferstraße gesperrt.

© Archivbild/Sebastian Kahnert/dpa

Während sich die einen auf einen hochkarätigen Sportwettkampf freuen, bereitet anderen Dresdnern das für den Ski-Weltcup gesperrte Königsufer Sorgen. Denn Nutzer des Elbradwegs müssen seit Dienstag zwischen Carolabrücke und Uferstraße eine Umleitung fahren. Diese führt sie direkt auf die Große Meißner Straße, auf der täglich 30 000 Fahrzeuge unterwegs sind. Radwege sucht man dort vergebens.

Prompt meldet sich der Allgemeine deutsche Fahrradclub (ADFC) zu Wort. Er kritisiert, dass die Stadt das Königsufer eigentlich nur für die Zeit des Wettbewerbes vom 12. bis 14. sowie vom 15. bis 21. Januar sperren wollte, doch nun seien es vier Wochen. „Das Mindeste wäre eine elbnahe, autofreie Umleitung. Wir prüfen zurzeit die Rechtslage. Es scheint so zu sein, dass die jetzige Umleitung nicht nur inakzeptabel ist, sondern dass hier jede Rechtsgrundlage fehlt“, sagt ADFC-Vorstandsmitglied Nils Larsen. Immerhin sind rund 1 000 Radfahrer nach ADFC-Schätzungen im Januar auf dem Königsufer unterwegs.

Die Stadt sieht die Lage anders. „Der umfangreiche Streckenauf- und -abbau erfolgt zwischen Carolabrücke und Glockenspielpavillon unterhalb des Japanischen Palais und bedingt Sperrungen für den Rad- und Fußgängerverkehr. Und zwar vom 2. bis 28. Januar“, sagt Stadtsprecher Karl Schuricht. Immerhin muss tonnenweise Kunstschnee angeliefert und fachgerecht präpariert werden. Außerdem sind die Elbwiesen Landschaftsschutzgebiet. Wie schwierig es ist, dort Radwege zu bauen, erlebt die Stadt bei ihrem Versuch, in Johannstadt einen zweiten Elbradweg zu installieren. Sie bittet die Dresdner angesichts des Sportereignisses um Verständnis für Einschränkungen. (SZ/kh)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 23 Kommentare

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  1. Leser

    Nun treffen die Entscheidungen der RRG das eigene Wählervolk. 300.000 € für Ski-Cup statt für Radwege. Wirtschaftlich wird es sich dennoch lohnen. Bei 1,66 € Übernachtungsabgabe dürften die Ausgaben schnell wieder drin sein.

  2. Martin

    Mein Verständnis für die Dresdner Radverkehrspolitik schwindet angesichts solcher Maßnahmen. Über die Albertbrücke soll ich mindestmaßige Radwege fahren und für 'ne Spaßveranstaltung am Elbufer werde ich auf eine mehrspurige Bundesstraße gelotst. Da haben wir mal einen Weg (gewidmet für den Rad- und Fußverkehr, oder?) in der Stadt, den wirklich die allermeisten Radfahrer gerne und intensiv nutzen und dann wird der für 1/12 des Jahres pauschal dichtgemacht - und da sind andere Ereignisse noch nicht mit drin. Auf der Loschwitzer Brücke jammern Autofahrer über den Wegfall einer Fahrspur, am Elbufer haben wir gerade eine Vollsperrung! Vor diesem Hintergrund ist die Zusage der Stadt, diesen Winter erstmals Winterdienst auf dem Elberadweg durchzuführen, vollends lächerlich. Macht mal schön und streut die Loipe...

  3. ADJC

    Oh, der allgemeine Deutsche Jammer-Club mit seinen 5000 Mitgliedern (nicht mal 1% der ADAC-Mitglieder) hat ein neues Thema. Herr Dulig, übernehmen Sie!

  4. Mkm

    Soso, weil es sich um Landschaftsschutzgebiet handelt, kann man keinen temporären Parallelweg einrichten. Aber der Weltcup mit per LKW angeliefertem Schnee und Fressbuden ist natürlich kein Problem...

  5. Anmerkung

    Stadt sich auf das (hoffentlich) tolle Event zu freuen, wird schon wieder rumgemosert. Die letzten Jahre gab es an der Stelle keinen Winterdienst, wenn es da geschneit hat war der Weg auch dicht.

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