erweiterte Suche
Übigau Mittwoch, 21.11.2012

Radfahrer bedrängen Fußgänger auf altem Elbepfad

Nach Jahren wurde der verwilderte Weg freigelegt. Doch für Spaziergänger ist er nun eine Gefahr.

Von Sarah Reichelt

Besonders an den engen Stellen des alten Übigauer Treidelpfades kommen sich Radfahrer und Fußgänger ins Gehege. Foto: André Wirsig
Besonders an den engen Stellen des alten Übigauer Treidelpfades kommen sich Radfahrer und Fußgänger ins Gehege. Foto: André Wirsig

Wenn Elfriede Schubert am Übigauer Elbufer entlangspaziert, kommen Kindheitserinnerungen hoch. Hier hat sie sich immer versteckt, gespielt und auch viel Unfug getrieben. Über 150 Jahre sind diese sogenannten Treidelpfade schon alt, so Klaus Kautz, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie von Menschen und Zugtieren genutzt, um Frachtschiffe flussaufwärts zu ziehen.

Seit Kurzem sind die Treidelpfade unterhalb des Übigauer Schlosses zum größten Teil wieder begehbar. Dafür hat sich Elfriede Schubert eingesetzt. „Als ich nach vielen Jahren aus der Pfalz zurück nach Dresden zog, war ich geschockt vom Zustand des Schlosses und der Treidelpfade“, erzählt die 69-Jährige. „Früher waren hier immer viele Leute spazieren, haben sich auf Bänke gesetzt und die Elbe beobachtet. Jetzt war alles verwildert und vermüllt.“ Zwei Jahre bohrte sie bei verschiedenen Ämtern der Stadt nach und kämpfte für die Freilegung des Elbepfades. Das Sächsische Umschulungs- und Förderungswerk stellte schließlich die nötigen Arbeitskräfte zur Verfügung.

Doch nun taucht ein neues Problem auf: Nicht nur Fußgänger mögen den idyllischen Weg am Ufer. Auch Radfahrer nutzen ihn als Verbindung zwischen Altmickten und Übigau. Da oft dicke Stützmauern in den Pfad hineinragen, ist der an vielen Stellen extrem eng. „Fußgänger müssen jetzt immer höllisch aufpassen, nicht von den Radlern über den Haufen gefahren zu werden“, sagt Elfriede Schubert. „Dabei sollte es doch ein gemütlicher Spazierweg werden und keine Fahrradpiste.“ Den Radlern will die Rentnerin allerdings keine Schuld geben. Vielmehr ärgert sie, dass es an dieser Stelle keinen ordentlichen Fahrradweg gibt. Wann der gebaut werden soll, lässt die Stadt allerdings im Dunkeln.