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Montag, 25.09.2017 Fußball-Landesliga

Radebeuler stoppen Abwärtstrend

Nach zwei Niederlagen holt der Aufsteiger im Heimspiel gegen Kickers Markkleeberg ein 1:1.

RBC-Trainer Matthias Müller (rechts) und Marcus Benedict, der die Mannschaft als Kapitän in die Landesliga führte. Der Ex-Dynamo hat eine Pause eingelegt, aber jetzt will Müller ihn zum Weitermachen überreden.
RBC-Trainer Matthias Müller (rechts) und Marcus Benedict, der die Mannschaft als Kapitän in die Landesliga führte. Der Ex-Dynamo hat eine Pause eingelegt, aber jetzt will Müller ihn zum Weitermachen überreden.

© Lutz Kollmann

Radebeul. Während die Kickers 94 Markkleeberg ungeschlagen nach Radebeul reisten, musste das Team von Matthias Müller zuletzt zwei Niederlagen und den Sturz von der Tabellenspitze auf Platz zehn hinnehmen. Am Ende stand ein leistungsgerechtes 1:1 (0:1)-Unentschieden. „Nach dem 2:5 bei Rapid Chemnitz haben wir eine gute Reaktion gezeigt“, meinte Trainer Matthias Müller. „Wir hätten hinten raus auch gewinnen können, aber der eine Punkt nach zwei Niederlagen ist für das Seelenleben der Jungs wichtig.“

Nicht dabei waren diesmal Benno Töppel, der seine Hochzeitsreise nachholt (Florida) und Willi Richter. Der Unglücksrabe, in den letzten Monaten von Verletzungen gebeutelt, „hat sich bei der Arbeit den Arm gebrochen“. Der RBC-Coach will nun den Kontakt zu Ex-Kapitän Marcus Benedict herstellen. „Ich rufe ihn an, hoffe, dass er uns zur Verfügung steht.“

Um in der Tabelle nicht weiter abzurutschen, wollte der RBC vor heimischer Kulisse zu alter Stärke zurückfinden. Dieses Unterfangen wurde in der 7. Spielminute jäh unterbrochen. Nach einer Unsicherheit in der Abwehr samt Torwart klingelte es im Tor des RBC (Freyer/7.) und Erinnerungen an die Partie in Chemnitz wurden wach.

Ein denkbar ungünstiger Start, wo man sich doch so viel für das Spiel vorgenommen hatte. Müller hatte sein Team gehörig umbauen müssen, da ihm neben Töppel und Richter auch Julius Groß, Felix Helm und Armand Deugoue Leugoue nicht zur Verfügung standen. „Das sind für uns natürlich spürbare Ausfälle und hemmt unseren Spielfluss an manchen Stellen.“ Deutlich wurde das vor allem im Mittelfeld: Philip Heineccius, in die Abwehr zurückgezogen, fehlte als Mittelfeldmotor und kreatives Element im Aufbauspiel. So konnten die Gäste aus der Führung heraus und mit der Erfahrung vieler Spiele in der Landesliga die Hausherren über weite Strecken der ersten Hälfte abkochen. Allerdings kam für einen ungeschlagenen und erfahrenen Sachsenligisten auffällig wenig Spielerisches und ohne die Mithilfe des RBC hätte es zur Pause vermutlich noch 0:0 gestanden. Während die Müller-Elf bemüht war, sich in die Partie zurück zu spielen und zu kämpfen, fielen die Markkleeberger oft nur durch übertrieben Theatralik auf und versuchten, das Spiel der Hausherren mit kleinen versteckten Fouls zu unterbinden. Schiedsrichter Kevin-Coren Eckert beließ es in dieser Phase des Spiels zu oft bei mündlichen Ermahnungen und so entwickelte sich zum Ende der ersten Hälfte hin eine zerfahrene Partie. Florian Müller hatte für die Radebeuler in der 37. Minute die beste Chance: Eine Flanke von Michal Adamczyk beförderte der Angreifer aus fünf Metern zentral über die Torlatte. „In der Landesliga bekommt man solche Möglichkeiten nicht oft. Da müssen wir kaltschnäuziger werden“, weiß der Trainer.

Nach der Pause kam der RBC stärker auf. Markkleeberg machte weiterhin nur das Nötigste, um den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Die Radebeuler waren inzwischen in der Partie angekommen, hielten kämpferisch und spielerisch dagegen. Auch an der Außenlinie spiegelte sich das wieder: Matthias Müller trieb seine Mannen selbstbewusst an und Richtung Ausgleich, während Gästetrainer Heiko Brestrich merklich ruhiger wurde und mitansehen musste, wie der RBC sich erste echte Chancen erspielte und in der 68. Minute zum Ausgleich kam – per Kopf traf Franz Kunze.

„Wir brauchten eine gewisse Zeit, um mit der Spielweise unseres Gegners zurecht zu kommen, aber haben über die gesamte Dauer der Partie mehr getan für das Spiel. Der eine Punkt geht grundsätzlich in Ordnung, aber mit etwas Glück machen wir noch ein Tor und dann hätte auch niemand behaupten können, dass es unverdient gewesen wäre.“ (RBC/js)