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Freitag, 08.12.2017

Radeberg bekommt als Dresdner-Magnet zusätzliche Zugzeiten

Freitags und sonnabends haben Nachtschwärmer per Zug jetzt den gleichen Takt wie die Dresdner per Straßenbahn.

Von Jens Fritzsche

Die rote Farbe auf der Statistik-Karte zeigt es deutlich: Dresden hat starke Wanderungsverluste in Richtung Radeberg. Heißt, Dresdner entdecken die Nachbarstadt zunehmend als passenden Wohnort. Bauen sich hier Häuser oder ziehen in – noch – preiswerte Wohnungen. „Dresden bekommt eben zunehmend das, was man einen Speckgürtel nennt“, sagt Christian Schlemper beim Blick in die jüngste Karte der Dresdner Statistik-Stelle zum Thema Bevölkerungswanderung. Christian Schlemper, Sprecher des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO), hätte diese Karte zwar nicht unbedingt gebraucht, um das Potenzial zu sehen, dass Radeberg auch aus diesem Grund für eine noch stärkere Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs durch Berufspendler hat. „Radeberg war für uns schon immer interessant – und wird immer interessanter“, sagt er.

Pendler-Parkplatz soll wachsen
Aus diesem Grund hatte der VVO ja schon vor Jahren gemeinsam mit der Stadt Radeberg einen großen Pendlerparkplatz samt Umstiegsstelle zwischen Bussen und Zügen am Radeberger Bahnhof gebaut. Und längst reichen die rund einhundert Pendlerparkplätze hier nicht mehr aus; weshalb die Stadt ja vor einiger Zeit auch noch die alte „Ladestraße“ entlang der Gleise von der Deutschen Bahn gekauft hatte und hier zusätzliche Stellflächen anbietet. „In der Woche sind die Plätze auf dem Pendlerparkplatz fast zu hundert Prozent ausgelastet“, macht Christian Schlemper deutlich, warum der VVO nun auch gemeinsam mit der Stadt diese bisher nur provisorischen Stellplätze der Ladestraße in einen „richtigen“ Pendlerparkplatz umwandeln will.

Und auch in Sachen Taktzeiten des Zugverkehrs aus und in Richtung Dresden wird sich wohl in Radeberg demnächst noch einiges tun. Und tut sich ja auch bereits. Mit dem Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag wird es zum Beispiel freitags, sonnabends und vor Feiertagen einen zusätzlichen Zug geben, der eine bisher klaffende Fahrplanlücke schließen wird. Bisher rollten von Dresden-Hauptbahnhof um 23.01 Uhr Richtung Kamenz und um 23.35 Uhr Richtung Görlitz Züge, die Reisende nach Radeberg brachten. Die nächste Möglichkeit gab’s dann erst wieder 0.48 Uhr. Jetzt kommt noch ein Zug um 0.02 Uhr hinzu. „Sodass wir damit quasi für die Züge Richtung Radeberg die gleichen Taktzeiten anbieten können, wie bei der Dresdner Straßenbahn“, freut sich der VVO-Sprecher. Und auch das hat dabei mit besagter Statistik-Karte und den Wanderungsverlusten Dresdens nach Radeberg zu tun. „Viele junge Leute, junge Familien ziehen von Dresden nach Radeberg und gerade für die ist natürlich freitags und sonnabends eine gute Anbindung ans Dresdner Nachtleben gerade in der Zeit um Mitternacht wichtig“, weiß Christian Schlemper. „Die Radeberger Nachtschwärmer haben es nun wieder ein Stück leichter“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Wozu die rote Farbe auf der Karte also gut sein kann …