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Samstag, 04.06.2005

Prinzliche Flucht

Brautschau. Rüdiger von Sachsen sucht öffentlich nach einer neuen Prinzessin. Statt junger Damen melden sich vor allem Reporter.

Von Ulf Mallek

Die Suche nach einer neuen Braut gestaltet sich für Rüdiger Prinz von Sachsen schwieriger als erwartet. Nach der Trennung von seiner Frau Diana ließ er an die Öffentlichkeit dringen, dass er emsig Ausschau nach einer 25- bis 50-jährigen Prinzessin halte. Zum Job (Prinzessin-Sein ist nach Rüdigers Definition tatsächlich Arbeit) gehören monatlich 2 500 Euro Taschengeld, ein Gala-Kleid für Empfänge und der Beifahrerplatz im Mercedes-Cabrio.

Einige heiratswillige Damen sollen schon mal an den Türen des Schlosses Moritzburg gerüttelt haben, in der irrigen Annahme, der Prinz residiere dort. Tatsächlich wohnt der Moritzburger Waldbesitzer in einer eher nüchternen Betriebswohnung in Berbisdorf – über dem Büro seines Forstbetriebes. In Moritzburg wird nun getuschelt, der Prinz sei geflüchtet, es seien ihm zu viele Bräute geworden. Fluchtziel? Angeblich der Westerwald.

Der Klipphausener Künstler Markus Retzlaff, ein guter Bekannter des Wettiners, weiß mehr: „Nein, Rüdiger von Sachsen hat nur sein Handy ausgestellt und taucht im Wald unter.“ Davon besitzt er schließlich genug, 1 200 Hektar inzwischen. Grund für seinen Rückzug in die Natur seien weniger die enthusiastischen Bräute, sondern eher das Presse-Interesse. Das prinzliche Ansinnen, sich eine Braut zu kaufen, stieß in aller Welt auf unerwartet hohes Interesse. Fernsehsender baten um Interviews, die britische „Times“ wollte eine prinzliche Tiefenbefragung und royalistische Gesprächskreise im Internet nahmen sich des Themas an.

Die Diskussionen dort, zum Beispiel im Royal German-Austrian Message Board, drehten sich bald weniger um Brautsuche, sondern um die Frage, wer legitimer Nachfolger des aktuellen Chefs des Hauses Wettin, des fast 80-jährigen Markgrafen Maria Emanuel werden solle. Rüdiger hat dazu eine feste Meinung: „Ich!“

Feingeister dürften die ins Peinliche geratene Braut-Aktion dabei als störend empfinden. Obwohl sich Rüdiger durchaus ernsthaft mit seiner Zukunft beschäftigt: Er kauft ein Landgut in Moritzburg, das er als Familiensitz ausbauen möchte. Zudem liegt ein schönes Ehrenamt in Reichweite: Zum Jahresende will Sachsens DRK-Vorsitzender Josef Höß ausscheiden. Sein Nachfolger – Rüdiger von Sachsen? Wie auch immer – ein neuer Ehering am Prinzenfinger würde sich ganz gut machen.