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Freitag, 06.10.2017

Priestewitzer Ortsumfahrung wieder Thema

Die Gemeinde kommt in den Genuss von Fördermitteln und weiß auch schon, was sie damit anstellen will. Und nicht nur das.

Von Catharina Karlshaus

Gebaut wird zurzeit an der Lenzer Grundschule: Hier befestigt Trockenbauer Steffen Klunker die Paneele für die Deckenverkleidung im neuen Verbindungsbau zur Turnhalle.
Gebaut wird zurzeit an der Lenzer Grundschule: Hier befestigt Trockenbauer Steffen Klunker die Paneele für die Deckenverkleidung im neuen Verbindungsbau zur Turnhalle.

© Brühl

Priestewitz. Auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung gab es bereits einen kleinen Vorgeschmack. Zwei sogenannte Informationsvorlagen zum Neubau eines Radweges auf der Staatsstraße 81 und dem Stand der lang umkämpften Umgehungsstraße entlang der Bundesstraße 101. „In den vergangenen Wochen ging es wirklich Schlag auf Schlag! Unsere Bemühungen um Fördermittel tragen wirklich Früchte und wir haben einige positive Nachrichten bekommen“, sagt Susann Frentzen. Wie die Bürgermeisterin betont, müsse man freilich noch abwarten, wie sich die Projekte mit dem gemeindlichen Haushalt in Einklang bringen lassen. „Aber da bin ich ganz zuversichtlich. Gemeinsam mit dem Gemeinderat haben wir ja alles langfristig geplant.“

Drei mögliche Strecken zur Ortsumfahrung von Priestewitz.

Seit vielen Jahren wird davon geredet, nun liegen erstmals konkrete Planungen auf dem Tisch. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat entsprechende Voruntersuchungen durchgeführt, die zu einem Ergebnis mit drei verschiedenen Varianten kommt. Demnach wäre eine Neutrassierung der B 101 durch den Ort denkbar, oder in zwei anderen Varianten östlich oder westlich um Priestewitz herum geführt. Darüber hinaus seien fünf Möglichkeiten erarbeitet worden, einen Geh- und Radweg in Bahnhofsnähe auszuweisen. Wie die Varianten konkret aussehen, können interessierte Priestewitzer in einer Informationsveranstaltung am 10. Oktober ab 18 Uhr im Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung erfahren.

Entlang des Dallwitzer Weges ein Radweg in Richtung Lenz.

Ebenfalls schon seit längerer Zeit im Gespräch ist ein Radweg entlang der Staatsstraße 81. Laut Verwaltungschefin Frentzen habe die Gemeinde im September die Unterlagen erhalten, um eine Stellungnahme abzugeben. Dem vorausgegangen seien zahlreiche Gespräche mit dem vom Freistaat Sachsen beauftragten Planungsbüro, der LIST GmbH. Auch die Verhandlungsgespräche mit den betroffenen Eigentümern über den Erwerb von Grund und Boden durch den Freistaat hätten in Regie der Verwaltung im Priestewitzer Rathaus stattgefunden. Laut Radverkehrskonzeption soll straßenbegleitend entlang des Dallwitzer Weges in Richtung Lenz bis 2020 eine solche Trasse entstehen. „Wir unterstützen dieses Vorhaben ausdrücklich und werden auch im Rahmen des Anhörungsverfahrens eine positive Stellungnahme abgeben“, so Susann Frentzen. Damit sich alle Einwohner selbst darüber informieren können, wäre extra die nächste Sitzung des Gemeinderates nach Lenz in die Grundschule verlegt worden. Termin: 25. Oktober, 19 Uhr.

Kleine Feuerwehrleute und Grundschule profitieren.

Bereits begonnen hat in Lenz der Umbau des bisherigen Hortgebäudes zum neuen Gerätehaus. Künftig sollen dort die Mädchen und Jungen der Bambini-Feuerwehr ihr eigenes Domizil bekommen. Bevor es losgehen konnte, hätten die Kameraden um Ortswehrleiter Uli Kliem tatkräftig unter die Arme gegriffen. Noch im Herbst sollen die mit 160 816 Euro geförderten Arbeiten bis zur Errichtung des Rohbaus zügig vorangehen. Fleißig gewerkelt werde zudem am Verbindungsbau der Grundschule zur Turnhalle. Durch 50 000 Euro Fördermittel aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“ entstehen neben dem Durchgang am ehemaligen Windfang eine Behinderten-Toilette sowie ein Lehrerumkleide- und Sanitärbereich.

Den letzten Freileitungsmasten geht es an den Kragen.

Modern soll es 2017 in Lenz auch leuchten. Auf der oberen Ring-, Göhraer und Nauleiser Straße werde demnächst auf LED-Beleuchtung umgestellt. 21 000 Euro stelle die Gemeinde dafür zur Verfügung. Die Enso wolle zudem die gut 1700 Meter noch vorhandenen Niederspannungsfreileitungen verkabeln. Abschließend würden die letzten Freileitungsmasten abgerissen.

Gemeinde soll flächendeckend mit Breitband versorgt werden.

Noch ist es nicht so weit. Gemeinderat und Verwaltung machen sich zurzeit aber stark für den Breitbandausbau in allen Ortsteilen. Gestärkt durch ein bundesweites Programm könne in den nächsten zwei Jahren mit einer flächendeckenden Versorgung von mindestens 100 Mbit/s gerechnet werden. Die theoretischen Voraussetzungen haben die Räte in ihrer jüngsten Beratung schon mal geschaffen. Sie folgten der Empfehlung der Verwaltung und befürworteten einen Antrag auf bis zu 90-prozentige Förderung.