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Mittwoch, 02.12.2015

Preis für Dresdner Toleranz-Kampagne

Ein Berliner Magazin ehrt die Vierzeiler, die für Weltoffenheit stehen sollen. Die Aktion war unter Dresdnern umstritten.

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Die vierzeiligen Reime sind an vielen Stellen im Dresdner Stadtbild zu sehen.
Die vierzeiligen Reime sind an vielen Stellen im Dresdner Stadtbild zu sehen.

© DVB

  • Die vierzeiligen Reime sind an vielen Stellen im Dresdner Stadtbild zu sehen.
    Die vierzeiligen Reime sind an vielen Stellen im Dresdner Stadtbild zu sehen.
  • Peter Pfau (r.), Chef der Dresdner „Vor Werbeagentur“, nahm den Preis in Berlin entgegen.
    Peter Pfau (r.), Chef der Dresdner „Vor Werbeagentur“, nahm den Preis in Berlin entgegen.
  • Mit dem Preis werden die besten politischen und gesellschaftlichen Kampagnen des Jahres geehrt.
    Mit dem Preis werden die besten politischen und gesellschaftlichen Kampagnen des Jahres geehrt.

Dresden/Berlin. Die Kampagne „Die Welt bereichert Dresden. Jeden Tag.“ hat den Politikaward 2015 des Berliner Magazins politik&kommunikation gewonnen. Damit ehrt die Zeitschrift die besten politischen und gesellschaftlichen Kampagnen des Jahres. Mit vierzeiligen Reimen, die an verschiedenen Stellen im Stadtbild zu sehen sind, wenden sich die Initiatoren an die Dresdner.

„Ziel ist es, nicht zu belehren, sondern die Dresdner mittels der zur Stadtgeschichte gehörenden und geliebten Versform mit Humor zum Nachdenken und Reflektieren anzuregen“, sagt Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe. Auch die Drewag, die Stadtreinigung Dresden und die Ostsächsische Sparkasse Dresden unterstützten die Kampagne. Peter Pfau, Geschäftsführer der Dresdner „Vor Werbeagentur“ nahm am Montag den Preis in Berlin entgegen. Bei der Verleihung ermahnte er die Dresdner, mehr Gesicht zu zeigen, für ihre Stadt und deren Ansehen zu kämpfen und sie nicht wortlos Pegida zu überlassen.

Die Reime stammten zum Teil von Dresdnern. Sie konnten ihre selbst gedichteten Vierzeiler einreichen. Allerdings war die Kampagne umstritten. Unter anderem in den sozialen Netzwerken äußerten sich manche kritisch und hämisch über die Reime, sprachen etwa von unnützer und peinlicher Symbolpolitik. „Auch die Gegner der Kampagne antworteten teilweise in Versform“, sagt Falk Lösch. „Ein Zeichen, dass das zweite Ziel der Kampagne, die Rekultivierung des Austausches und die Involvierung, erreicht wurde.“ (szo)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 9 Kommentare

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  1. yaSqoq

    Ein klein wenig ging die Kampagne doch am Ziel vorbei, denn gegen eine gesteuerte Einwanderung hat sich Pegida nie ausgesprochen.

  2. P. Lehmann

    Für diesen geistigen Tiefschlag weit unterhalb der Intelligenzgrenze gib es also auch noch einen Preis?! Unfassbar.. aber eben doch möglich in Deutschland im Jahre 2015.

  3. E. Benheiter

    Schreiben Sie mit "geostrategische Waffe" doch Klartext, @ yaSqoq -oder hätte da sz/dpa evtl. was dagegen?

  4. Jan

    All diese Toleranzpreise erinnern mich sehr stark an die Verdienter-Aktivist-Pseudopreise aus einer anderen Epoche. Dieser ganze Mist wird mit Getöse untergehen, genau wie jeder andere Humbug.

  5. verdienter Tolerist des Volkes

    ja, Jan. Der "verdiente Tolerist des Volkes"... oder man holt den "großen Stern der Völkerfreundschaft" wieder aus der Mottenkiste vom Boden runter. Der passt ja gewissermaßen wieder. Was störts, dass den auch Ceaucescu bekam. Solchen Kampagnen-Schwachsinn, wie im Artikel beschrieben, kam früher vom Politbüro und die Parteisekretäre haben für die Erfüllung gesorgt. Und wie es endete, weis der geneigte Leser auch noch.

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