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Freitag, 03.11.2017

Post setzt auf Stromer

Elf Elektrofahrzeuge liefern bald in Bischofswerda und Umgebung Pakete aus. Die Ersten sind bereits zu sehen.

Von Nicole Preuß

Der Streetscooter Work soll künftig auch häufiger auf Straßen der Region fahren. Die Deutsche Post schafft sechs dieser Elektrofahrzeuge für den Zustellstützpunkt Bischofswerda an. Dazu kommen noch weitere größere Modelle.
Der Streetscooter Work soll künftig auch häufiger auf Straßen der Region fahren. Die Deutsche Post schafft sechs dieser Elektrofahrzeuge für den Zustellstützpunkt Bischofswerda an. Dazu kommen noch weitere größere Modelle.

© Deutsche Post DHL

Bischofswerda. Die Elektrofahrzeuge haben bereits den Parkplatz des Post-Stützpunktes in Bischofswerda-Süd erobert. Die leicht quadratischen Autos nehmen zwischen den herkömmlichen Zustellfahrzeugen einen beträchtlichen Platz ein – und es sollen noch mehr werden. „Bis November werden schrittweise insgesamt elf Elektrofahrzeuge angeliefert“, sagt die Unternehmenssprecherin der Deutschen Post, Anke Blenn. Die Stromer könnten damit bald in Bischofswerda, Burkau, Neukirch, Schmölln-Putzkau und auch in Großharthau im Einsatz sein. Denn diese Gemeinden werden von den Mitarbeitern des Zustellpunktes an der Belmsdorfer Straße mit Briefen, Paketen und Päckchen versorgt.

Die Deutsche Post DHL Group sieht in den neuen Elektrofahrzeugen die Zukunft. Sie hat deutschlandweit bisher 3000 der sogenannten Streetscooter auf die Straße gebracht. In Dresden wurden erst vor einigen Wochen 25 Elektrolieferfahrzeuge in Dienst genommen. „Mittelfristig will das Unternehmen seine gesamte Zustellflotte auf E-Fahrzeuge umstellen“, sagt Anke Blenn. Bischofswerda ist in dieser Ausstattungsrunde nun mit dabei. Der Stützpunkt bekommt sechs Streetscooter der Bauart Work, die vier Kubikmeter Pakete, Päckchen und Briefe laden können, und fünf Fahrzeuge der Bauart Work L. Diese Stromer können doppelt so viele Briefe und Pakete in einer Tour zustellen wie die anderen neuen Lieferautos mit Elektroantrieb. „Die Elektrofahrzeuge eignen sich insbesondere für Fahrten mit ausgeprägtem Start-Stopp-Verkehr“, sagt Unternehmenssprecherin Anke Blenn. „Durch die fast vollständige Emissionsfreiheit von Schadstoffen und Lärm sind die Autos sehr umweltfreundlich und leise.“

Die Post ist allerdings natürlich nicht das einzige Unternehmen, das mit Blick auf die Zukunft auf Elektromobilität setzt. Das Unternehmen Post Modern, das wie die Sächsische Zeitung zur DDV-Mediengruppe gehört, hat zurzeit verschiedene Öko-Flitzer im Einsatz. 20 bis 25 sind vor allem in den Städten unterwegs. Die vierrädrigen Paxter und die sogenannten Cargo-Roller wurden dabei für die Bedürfnisse der Zusteller entwickelt. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter zum Beispiel schnell und einfach aus- und wieder einsteigen können. Zwei Cargoroller fahren zurzeit in Bautzen. In Schiebock ist aber bisher kein Elektrofahrzeug des Unternehmens im Einsatz. Man sei aber im Gespräch mit den Mitarbeitern, damit sich das möglicherweise auch bald ändern könnte, heißt es.

Letztes Jahr umgezogen

Die Deutsche Post selbst entwickelte die Streetscooter, die nun auch in Bischofswerda eingesetzt werden sollen, gemeinsam mit der Technischen Hochschule in Aachen. 150 Fahrzeuge wurden daraufhin vor vier Jahren getestet und schließlich auf die Straße gebracht. Sie bewährten sich dabei auch in der Praxis. Die beiden Street-scooter-Typen, die in Bischofswerda eingesetzt werden, kommen mit einer Batteriefüllung 80 Kilometer weit und können bis zu 1000 Kilogramm laden. Die Batterien des größeren Fahrzeugs müssen allerdings auch acht bis zehn Stunden ans Netz, damit das Auto wieder fahrbereit ist. Das Fahrzeug kann 80 Kilometer pro Stunde fahren. „Es ist primär für die Zustellung auf dem Land sowie kleineren und mittleren Städten ausgelegt“, sagt Anke Blenn von der Post. „Der Streetscooter für die Brief- und Paketzustellung muss bis zu 300 Stopps und Anfahrvorgänge bewältigen und ist bis zu 300 Tage im Jahr im Einsatz.“

Der Zustellstützpunkt der Deutschen Post in Bischofswerda ist erst im vergangenen Jahr von der Bahnhofstraße in eine Halle der ehemaligen Herrenmode gezogen. Das Unternehmen reagierte damit auf den wachsenden Online-Handel, weil es in dem neuen Haus mehr Platz gibt, der unter anderem auch als Lager genutzt werden kann. „Es bietet logistisch günstige Voraussetzungen“, heißt es.

Die neuen Streetscooter sollen so schnell wie möglich in Dienst genommen werden. Zunächst allerdings werden die Mitarbeiter mit den neuen Fahrzeugen vertraut gemacht. „Die Zusteller werden gegenwärtig und in den kommenden Wochen im Umgang und Handling mit den neuen Elektrofahrzeugen intensiv geschult“, sagt Anke Blenn. Dann dürfen die Fahrzeuge auch auf die Straße.