Sonntag, 23.12.2012

Porsche plant weitere Modelle

Satte Zuwächse und ungewöhnlich hohe Nachfrage bei Frauen: China wird auch für Porsche als Wachstumsmarkt immer wichtiger. Den USA wird das Riesenreich so schnell aber wohl nicht den Rang ablaufen. Porsche will außerdem seine Modellpalette ausbauen.

Ein Porsche Panamera wird im Werk Leipzig montiert. Der Sportwagenhersteller Porsche will seine Modellpalette mit kleineren Autos abrunden und plant dazu eine weitere Limousine. Foto: dpa
Ein Porsche Panamera wird im Werk Leipzig montiert. Der Sportwagenhersteller Porsche will seine Modellpalette mit kleineren Autos abrunden und plant dazu eine weitere Limousine. Foto: dpa

Stuttgart/München. Die USA werden nach Einschätzung von Porsche-Vorstand Bernhard Maier noch lange der wichtigste Markt für den Sportwagenbauer bleiben. «Wenn sich die USA so weiterentwickeln, wird es noch eine Weile dauern, bis China die USA überholt», sagte der Vertriebs- und Marketingvorstand im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Obwohl das Riesenreich zunehmend an Bedeutung gewinne, hätten auch die USA noch immer großes Potenzial.

Unterdessen bekräftigte Porsche angesichts seiner ehrgeizigen Absatzziele Pläne für den Ausbau der Modellpalette. Vorstandschef Matthias Müller sagte dem Nachrichtenmagazin «Focus», Porsche erwäge den Bau kleinerer Autos sowie einer weiteren Limousine. In diesem Jahr hat Porsche bereits nach elf Monaten einen Jahresverkaufsrekord aufgestellt. Bis Ende November lieferte die VW-Tochter weltweit 128.978 Neuwagen an Kunden aus, dies sind 8,5 Prozent mehr als der Bestwert des gesamten Vorjahres.

Maier sagte, sowohl China als auch die USA werden dieses Jahr «sehr erfolgreich» abschließen. «Wenn man die schiere Marktgröße betrachtet, dann hat China eindeutig das Potenzial, die USA abzulösen.» In China erobert Porsche Maier zufolge derzeit neue Zielgruppen: «Als wir vor zehn Jahren China erschlossen haben, hatten viele unserer Käufer gar keinen Führerschein und haben sich fahren lassen», sagte er. «Das ist heute anders. Wir haben zwar immer noch die Klientel, die sich fahren lässt. Aber der Großteil liebt es eben, seinen Porsche selber zu fahren.» Dabei entdeckten zunehmend auch Frauen die Sportwagen für sich.

«Wir haben einen relativ hohen Anteil weiblicher Kunden in China von über 30 Prozent - der mit Abstand höchste weltweit», sagte Maier. Der Frauenanteil wachse auch auf anderen Märkten, wie beispielsweise den USA. «Dort hat er in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt auf mittlerweile nahezu 15 Prozent.»

Vorstandschef Müller betonte, Porsche wolle beim Preis seiner Fahrzeuge nicht unter 50 000 Euro gehen. Dies sei eine «magische Untergrenze». Günstiger dürfe ein Porsche nicht sein, wenn die Marke ihr Premium-Image nicht gefährden wolle. Zu den einzelnen Fahrzeugsegmenten sagte Müller, Porsche könne sich ein kleineres Modell der Limousine Panamera vorstellen, einen Panamera Junior. Entsprechende Überlegungen gibt es bei Porsche seit längerem.

Außerdem kündigte Müller erneut eine weitere Baureihe oberhalb der teuersten Version des Sportwagens 911 an. Er deutete zudem an, wieder einen Targa zu planen. «Wir können uns gut vorstellen, den Targa 964 von vor 20 Jahren wiederzubeleben.»

Porsche baut bisher die Baureihen 911, Cayenne, Panamera, Boxster/Cayman und bald den Macan, einen kleinen Geländewagen. Der Sportwagenbauer hat ehrgeizige Pläne. Der Absatz soll bis 2018 auf etwa 200 000 Fahrzeuge pro Jahr steigen. Dazu sind mehr Modelle notwendig, die nicht zu teuer sind und Volumen schaffen. (dpa)

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