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Dienstag, 14.03.2017

Polnische Hakenkreuze für Deutschland

Ein Sammler von Orden und Ehrenzeichen wurde am Grenzübergang Bad Muskau ertappt. Es folgte ein Strafbefehl.

Von Jost Schmidtchen

Symbolfoto
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© dpa

Bad Muskau. Der 69-jährige Erich G.* aus Dresden wurde am 22. Juni 2016 um 14.44 Uhr am Grenzübergang Bad Muskau bei der Wiedereinreise vom Zoll kontrolliert. Die Beamten fanden in seinem Hyundai diverse mit Hakenkreuzen versehene Gegenstände, darunter zwei Ringe, sieben Anstecker, einen Orden und einen Dolch. Wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen erhielt der Dresdner Rentner einen Strafbefehl vom Amtsgericht Weißwasser. Gegen diesen legte er Einspruch ein. Laut Anklageschrift soll Erich G. die Gegenstände erworben haben, um sie auf Trödelmärkten in Deutschland weiterzuverkaufen.

Der Verteidiger des Angeklagten hatte sich die Gegenstände angesehen und stellte fest:

„Es handelte sich um Originale“ – und zwar um einen deutschen Olympiaorden von 1936, Dienstauszeichnungen der SS und um einen Luftwaffendolch. Von einigen Mitbringseln habe sein Klient die Hakenkreuze ohnehin abschleifen wollen. Dann wären sie legal gewesen. Im Raum stand die Frage, was sie dann auf einem Trödelmarkt noch wert gewesen wären. Damit läge man im unteren Bereich der Strafbarkeit, so der Anwalt.

Dass Erich G. mit den polnischen Intarsien auf Trödelmärkte gehen wollte, habe ihm die Polizei unterstellt. Er sei Abzeichensammler. „Er hat auch alle Orden der DDR in seiner Sammlung“, erklärte der Verteidiger. Er regte an, das Verfahren mit einer Geldauflage in Höhe von 600 Euro einzustellen. Die Verfahrensbeteiligten waren damit einverstanden.

* Name geändert