Dienstag, 27.11.2012

Polizistenmord bleibt rätselhaft

Vor drei Jahren wurde ein Kommissar vor seinem Haus in Lauchhammer ermordet aufgefunden. Eine Spur führt die Ermittler nach Gröditz.

Dieser Mann wurde im Auto des toten Kommissars geblitzt. Wer kennt ihn? Foto: SZ
Dieser Mann wurde im Auto des toten Kommissars geblitzt. Wer kennt ihn? Foto: SZ

Gröditz. Eintausend nachgegangene Spuren, dreihundert vernommene Zeugen: Drei Jahre nach dem Mord an einem Polizisten in Lauchhammer sucht die dreißigköpfige Sonderkommission immer noch den Täter. „Eine heiße Spur gibt es bisher nicht“, sagt der Cottbuser Oberstaatsanwalt Horst Nothbaum. Ein 46 Jahre alter Polizist war am 23. November 2009 in Lauchhammer nach Dienstschluss vor seinem Haus getötet worden. Mehrere Messerstiche in Brust und Rücken sowie Faustschläge ins Gesicht beendeten das Leben des Hauptkommissares. Der Familienvater trug zu dem Zeitpunkt keine Uniform und wollte vor seiner Garage sein Auto abstellen, als die Mörder zustachen.Die Täter flüchteten in der Dunkelheit mit dem Auto des Getöteten. Tausende Hinweise gingen seitdem bei Polizei und Staatsanwaltschaft ein, Hunderte Personen wurden vernommen, doch weder diese noch der Einsatz von Spezialhunden führten zu einer heißen Spur.

10.000 Euro Belohnung

Zwar wurden Anfang Dezember 2010 zwei Männer aus Gröditz festgenommen, doch den Haftbefehl gegen einen der beiden mutmaßlichen Täter (damals 37 Jahre alt) hob das Amtsgericht Cottbus mangels dringenden Tatverdachts wieder auf. Der zweite Verdächtige im Alter von damals 28 Jahren blieb von vornherein auf freiem Fuß. Doch nachdem vor zwei Jahren ein Blitzerfoto auftauchte, ist die Staatsanwaltschaft davon überzeugt, dass es sich bei dem abgelichteten Mann mit Pudelmütze und Handschuhen um einen der beiden Täter handelt. Der unbekannte Mann saß damals im gestohlenen Auto des Polizisten. Der graue Opel Vectra mit dem Kennzeichen OSL-B 154 war an einer Radaranlage zwischen Meißen und Riesa geblitzt worden. Am Steuer saß ein etwa 20- bis 40-jähriger Mann (siehe Foto).

Die Polizei fand das beschädigte, leere Fluchtauto am nächsten Tag in Blochwitz unweit von Lauchhammer. Das Motiv für die Tat ist nach wie vor unklar. Die Ermittlungen hätten keine Hinweise auf Feindschaften des Polizisten erbracht. Eine Beziehungstat schließen die Ermittler ebenfalls aus. Auch drei Jahre danach hoffen sie, den Fall noch zu lösen. Für Angaben zur Aufklärung sind 10000 Euro Belohnung ausgesetzt

Der Witwe versprach der jetzige Kripoleiter der Polizeidirektion Cottbus laut Medieninformationen, nicht eher zu ruhen, bis die Mörder gefasst seien. (SZ/dpa)

Drucken Empfehlen

  • Facebook
  • Twitter