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Paulsdorf Dienstag, 13.11.2012

Polizei sucht nach Morddrohung rabiaten Angler

Den letzten Sonnabend wird der Eigentümer der Eis-Oase nicht vergessen. Er wurde auf seinem eigenen Grundstück geschlagen.

Von Regine Schlesinger

Angler gelten gemeinhin als ruhige Zeitgenossen. Doch das trifft nicht auf den zu, mit dem es der Eigentümer der an der Malter gelegenen Eis-Oase am Sonnabend zu tun bekommen hat.

Da im nächsten Jahr das Talsperren-Jubiläum ins Haus steht, wollte er an jenem Tag zusammen mit zwei Bekannten störendes Gehölz von seinem Grundstück entfernen. Wo Fällarbeiten laufen, ist es nicht ganz ungefährlich. Als zwei Angler auf dem Grundstück auftauchten, stellte er sich ihnen deshalb als Eigentümer vor und bat sie, das Gelände zu verlassen. Das passte einem der Männer aber ganz und gar nicht. Er erklärte, er habe das Recht, das Talsperrengelände zu betreten und sei nicht extra 40 Kilometer weit zur Talsperre gefahren, um sich dann irgendwelche Vorschriften machen zu lassen.

Auf die Erwiderung des Grundstückseigentümers, dass sich in diesem Falle die Sache anders verhält und er das Recht hat, den Zugang zu untersagen, reagierten die beiden nicht, sondern suchten sich den nächsten Angelplatz und fingen an zu angeln – in unmittelbarer Nähe des Geländes, auf dem die Gehölze gefällt wurden.

Schlag hätte böse enden können

Nach einem weiteren, erfolglosen Disput erklärte der Eis-Oasen-Eigentümer, dass er jetzt die Polizei rufen wird und ging zum Auto, um sein Handy zu holen. Doch noch ehe er es benutzen konnte, versetzte ihm der rabiate Angler einen Schlag mit der Angelrute. Sie streifte wie eine Peitsche sein Gesicht und seine linke Hand, in der er das Handy hielt. Das hätte böse ausgehen können, was dem Angler auch klar gewesen sein muss. Denn er hatte an der Rutenspitze einen Blinker mit drei Haken befestigt und nahm es somit in Kauf, dass er mit diesem Schlag sein Gegenüber schwer verletzen konnte.

Doch damit nicht genug. Als der Angegriffene nun endgültig die Polizei rufen wollte, soll ihm der Angler angeschrien haben: „Du steckst jetzt sofort das Handy ein, oder ich lege dich unter die Erde!“ Der so Bedrohte glaubte sich verhört zu haben und brachte nur ein „Wie bitte?“ hervor. Nun wurde der Wüterich noch deutlicher. „Steck den Handy ein oder ich schlage dich so zusammen, dass du nie wieder aufstehst“, soll er gesagt haben. Da man so einen Satz nicht anders als eine Morddrohung verstehen kann, zog sich der Eigentümer zurück und verzichtete zunächst aufs Telefonieren. Auch die beiden Angler verließen das Grundstück. Sie liefen über die Brücke in Richtung des Fitnessstudios Haufe.

Der Eis-Oasen-Besitzer hat inzwischen Anzeige erstattet. Aus seiner Sicht ist einiges zusammengekommen: Morddrohung, Nötigung, gefährliche Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Fischwilderei.

Er geht davon aus, dass es nicht so schwer sein wird, den Täter ausfindig zu machen. Für Hinweise, die zu dessen Ergreifung führen, setzt er 500 Euro als Belohnung aus. Für sein Grundstück Talsperrenstraße 56 hat er mit sofortiger Wirkung ein Betretungs- und Parkverbot für Angler ausgesprochen. Seine Mitgliedschaft im Angelverein in Paulsdorf will er noch in diesem Jahr niederlegen.