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Hrensko Samstag, 19.01.2013

Polizei sucht mutmaßlichen Mörder

In der Böhmischen Schweiz wird nach einem Mann mit Schusswaffe gefahndet. Wanderer sollten die Gegend vorerst meiden, denn der Gesuchte wird als gefährlich eingestuft.

Von Hartmut Landgraf

Nach diesem Mann wird in Böhmen gefahndet. Foto: Polizei
Nach diesem Mann wird in Böhmen gefahndet. Foto: Polizei

Im Gebiet des Nationalparks Böhmische Schweiz läuft seit Mittwoch eine Großfahndung. Die tschechische Polizei sucht im Grenzraum um Hrensko mit Spezialkräften und Hubschrauberunterstützung nach einem 47-jährigen Straftäter, der sich im Gebirge versteckt halten soll und dem versuchter Mord und verschiedene Eigentumsdelikte zur Last gelegt werden. Unter anderem soll er auf böhmischer Seite in mehrere Wochenendhäuser, Lauben und Objekte der Forstverwaltung eingebrochen sein.

Die böhmische Nationalparkverwaltung rät Wanderern vorerst von einem Besuch des Gebiets ab. Die Gegend werde von Polizeikräften durchkämmt, der gesuchte Mann wird als gefährlich beschrieben. Er trage eine Schusswaffe bei sich, sagt Nationalparksprecher Tomáš Salov. Zuletzt sei er am Donnerstagabend von einem Ranger der Parkverwaltung im Gebiet um die Siedlung Hájenky bei der Gemeinde Ružová gesehen worden. Er sei aber geflüchtet. Offenkundig kenne sich der Mann im Gelände gut aus. Möglicherweise halte er sich irgendwo in einem Schuppen oder in den Wäldern versteckt. Ob er über die nötige Ausrüstung verfügt, um im Freien zu kampieren, ist nicht bekannt. Der Gesuchte ist etwa 1.80 Meter groß und trug zuletzt einen grauen Mantel, eine karierte Hose und einen Rucksack. Wer dem Mann in Tschechien begegnet, wird gebeten, die dortigen Polizeibehörden über die Notrufnummer 112 zu verständigen. Keinesfalls solle man versuchen, ihn festzuhalten.

Deutsche Polizei ist involviert

Momentan gibt es keine Hinweise, wo genau sich der Mann aufhält. Es ist nicht auszuschließen, dass er sich auch auf deutscher Seite verstecken könnte. Vom Nationalpark Böhmische Schweiz führen verschwiegene Pfade in einsame Winkel des Großen Zschands und des Hinterhermsdorfer Gebiets. Über einen vergleichbaren Polizeieinsatz auf deutscher Seite wurde gestern nichts bekannt. Man sei aber über die Fahndung der tschechischen Kollegen informiert und involviert, verlautete es aus Polizeikreisen.