Mittwoch, 28.11.2012

Polizei stellt gestohlene Fahrräder sicher

In Jelenia Gora finden deutsch-polnische Fahnder Räder. Sie gehören Görlitzern.

Von Ralph Schermann

Ein Teil der aus Görlitz stammenden gestohlenen Fahrräder, die eine Fahndungsgruppe der Polizei in Jelenia Gora sicherstellte. Foto: Polizei
Ein Teil der aus Görlitz stammenden gestohlenen Fahrräder, die eine Fahndungsgruppe der Polizei in Jelenia Gora sicherstellte. Foto: Polizei

Ermittler der Gemeinsamen Fahndungsgruppe Neiße (GFG) haben in der vergangenen Woche in der Gemeinde Jelenia Gora (Hirschberg) einen Erfolg gegen den Fahrradklau erzielt. Sie hoben ein größeres Lager mit Diebesgut aus. Wie sich nach den ersten Vergleichen mit den Fahndungslisten herausstellte, wurden fast alle aufgefundenen Räder in Görlitz entwendet.

Die Beamten der GFG wurden nach Hinweisen aus der Bevölkerung auf das Lager aufmerksam. Ein Zeuge gab Informationen zum Standort, und zudem kamen die Fahnder dem Dieb auf die Spur, als dieser seine Ware über das Internet zum Kauf anbot. Bei dem Inhaber des Grundstückes mit dem Diebeslager handelt es sich allerdings nicht um einen zugelassenen Fahrradhändler, bei dem solche größeren Verkäufe denkbar wären.

Das rund 70 Kilometer von Görlitz als Tatort der Diebstähle entdeckte Lager wurde von den Polizisten gründlich durchsucht. Am Ende fanden sie 14 Fahrräder verschiedener Fabrikate und Baujahre. Sechs der Fahrzeuge waren erst vor wenigen Tagen verschwunden. Ihre rechtmäßigen Görlitzer Besitzer hatten jeweils Diebstähle aus verschlossenen Kellern gegen Unbekannt erstattet.

„Der Wert dieser sechs Räder wurde dabei mit 2500 Euro beziffert“, informierte der Sprecher der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien, Thomas Knaup. Er berichtete auch, dass die weiteren vorgefundenen acht Räder noch ebenso genauer auf ihre Herkunft überprüft würden wie sechs Auto-Komplettradsätze, die die GFG ebenfalls auf dem durchsuchten Gelände sicherstellte. Gegen den Lagerbesitzer, einen 35-jährigen Mann, laufen jetzt gemeinsame Ermittlungen der Kriminalpolizeien von Jelenia Gora, Zgorzelec und Görlitz. Dabei wird vor allem wegen Hehlerei ermittelt, aber auch die reinen Diebstahlshandlungen und Transportwege würden untersucht. „Gegenstand der polizeilichen Arbeit ist nun die Ermittlung, ob eventuell in der Vergangenheit weitere gestohlene Fahrräder über dieses Lager gingen“, sagte Thomas Knaup. Dabei werden dann auch Diebstahlsanzeigen aus anderen ostsächsischen Orten geprüft.

Die GFG ermittelt seit Juli 2010 grenzüberschreitend und gilt als ein Erfolgsmodell der sächsischen und polnischen Polizei. Mehrfach konnten die Polizeibeamten erfolgreich Fälle der grenzüberschreitenden Kfz- und Eigentumskriminalität aufklären. Die Fahndungsgruppe ist auf die Bekämpfung der Kriminalität im Grenzgebiet ausgerichtet und operiert derzeit mit zehn Beamten aus beiden Ländern. Vorgesehen ist, die GFG schon bald auf 20 Beamte aufzustocken.