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Donnerstag, 08.03.2007

Polizei jagt fiese Katzenfänger

Von Jens Korch

MARIENBERG - Die Angst geht um vor windigen Katzenfängern im oberen Erzgebirge. Weil immer mehr Schmusetiger verschwinden, ermittelt jetzt die Polizei. Doch die Spur verläuft sich an der grünen Grenze nach Tschechien. Der schreckliche Verdacht: Aus den niedlichen Tierchen sollen hochwertige Pelze für die Modeindustrie entstehen. Andreas Brand (30) vom Tierschutzverein Marienberg und Umgebung: „Das wäre durchaus denkbar. Oder aber Pharmafirmen suchen nach Tieren etwa für Kosmetikversuche.“

Also nur Spekulationen - aber die Polizei nimmt die Sache sehr ernst. Den jüngsten Fall gab es diese Woche. Eine Frau (45) aus dem Marienberger Ortsteil Rübenau meldete, dass sie einen Kleintransporter mit tschechischem Kennzeichen gesehen hatte. Der Fahrer lockte eine Katze an, steckte sie dann in sein Fahrzeug. „Dort sollen weitere Tiere, Hunde und Katzen, eingepfercht in Käfige, zu sehen gewesen sein“, sagt Heidi Hennig (51) von der Chemnitzer Polizei. Angeblich sollen auch Blasrohre zum Einsatz gekommen sein, mit denen die Tiere zuvor per Betäubungsmittel angeschossen worden waren - so teilte es die Zeugin den Beamten mit.

Jetzt sucht die Polizei dringend weitere Zeugen. Heidi Hennig: „Auch der Bundesgrenzschutz und die tschechische Polizei sind eingeschaltet.“ Über einen Grenzübergang kämen die Tierfänger zwar nicht - die geschulten Beamten würden sie enttarnen. „Doch über die grüne Grenze ist so ein Käfig schnell transportiert“, sagt Heidi Hennig. Hinweise: 0371/3 87 23 19.