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Mittwoch, 25.11.2009

Polizei fahndet nach Serien-Einbrecher

In den letzten drei Monaten wurden 30 Gartenlauben aufgebrochen. Einen Tatverdächtigen hat die Polizei bereits ermittelt.

Von Thomas Möckel

Waltersdorf/Ostrau - Nachdem der Einbrecher in eine der Bergsteigerhütten zwischen Prossen und Kurort Rathen eingedrungen war, widmete er sich zunächst der Körperpflege. Er heizte den Ofen in der spartanisch eingerichteten Herberge an, anschließend duschte er ausgiebig. Dann aß er die Lebensmittel auf, die in dem Holzhaus lagerten.

Dieser Einbruch ist längst kein Einzelfall mehr. Seit Wochen schon hält ein mutmaßlicher Serien-Dieb die Polizei in Atem und verunsichert Laubenbesitzer und Berghüttenpächter. Mehrfach schon schlug der Täter zu, häufig brach er an einem Tag in mehrere Hütten ein. „In den vergangenen drei Monaten registrierten wir insgesamt 30 derartige Einbrüche“, sagt Jürgen Ehrlich, Leiter des Kriminaldienstes im Sebnitzer Polizeirevier.

Hauptsächlich sucht der Täter in Porschdorf, Waltersdorf und Ostrau nach Beute. Bevorzugte Objekte seiner Diebestouren sind Gartenlauben und Berghütten.

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass ein Großteil dieser Straftaten ein und demselben Täter zuzurechnen sind. Bei seinem kriminellen Drang nach fremdem Eigentum geht der Einbrecher häufig nach dem immer gleichen Muster vor. Er hebelt oder bricht Türen, Fensterläden und Fenster auf und dringt in die Hütten ein. Drinnen stiehlt er hauptsächlich Lebensmittel, Konserven und Spirituosen. „Der Täter nimmt offensichtlich das mit, was er gerade braucht, um über die Runden zu kommen“, sagt Ehrlich. Oft hält sich der Einbrecher auch über längere Zeit in den Lauben auf. Wie rücksichtslos der Einbrecher dabei mit dem Eigentum anderer umgeht, um an die Beute zu gelangen, belegen die Schadenssummen: Der bei den Einbrüchen angerichtete Sachschaden ist fast doppelt so hoch wie der Wert der gestohlenen Sachen.

Die betroffenen Gartenanlagen und Berghütten sind längst zum Ermittlungsschwerpunkt für die Polizei geworden. Spezialisten sicherten akribisch Spuren und setzten Fährtenhunde ein. „So ist es uns gelungen, einen Tatverdächtigen zu ermitteln. Allerdings konnten wir ihn noch nicht dingfest machen“, sagt Steffen Ettrich, Leiter des Sebnitzer Polizeireviers.

Polizei verstärkt Streifen

Die Polizei patroulliert nun verstärkt in Waltersdorf und Ostrau, verdeckte Ermittler unterstützen sie dabei. So soll es gelingen, weitere Straftaten zu verhindern und den Täter möglichst auf frischer Tat zu schnappen. „Das hat für uns oberste Priorität“, sagt Ettrich.

Damit der Plan aufgeht, sind die Polizisten auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Häufig erweist sich als schwierig, Einbrüche aufzuklären, weil sie oft erst nach Wochen entdeckt werden. In dieser Jahreszeit sind viele Lauben verwaist, oft wohnen die Besitzer nicht im Landkreis. Daher bittet Ettrich einheimische Gartenbesitzer, sich auch bei den Lauben ihrer Nachbarn umzuschauen und sich bei der Polizei zu melden, falls sie etwas Verdächtiges bemerken. „So eine gegenseitige Nachbarschaftshilfe ist wichtig, und sie hilft auch uns weiter“, sagt er.

Um Einbrüche aber möglichst schon im Vorfeld zu verhindern, rät Ettrich Gartenbesitzern, ihre Lauben verstärkt zu sichern. Zusätzliche Tür- und Fensterläden helfen, potenzielle Diebe schon im Vorhinein abzuschrecken. Auch sollte teure Technik, wie Fernseher oder Kameras, im Winter nicht in den Gärten bleiben. „Ich empfehle zudem, Satellitenschüsseln abzubauen, damit Einbrecher nicht auf einen Fernseher in der Hütte schließen“, sagt Ettrich.