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Montag, 15.05.2006

Polizei-Chef schoss sich in den Kopf

DRESDEN - Tragisches Ende einer Polizeikarriere: Hauptkommissar Andreas L. (46) jagte sich im Revier Leuben eine Kugel in den Kopf. Der beliebte Chef des Fachbereiches Prävention starb einsam und verzweifelt in seinem Dienstzimmer.

Lähmendes Entsetzen auf den Fluren der Dresdner Polizeidirektion: Keiner der Beamten, die gestern Dienst schoben, kann sich erklären, was am Sonnabend geschehen ist. Pünktlich war Polizeihauptkommissar Andreas L. zum Dienst im Revier Leuben an der Neundorfer Straße erschienen. Der verheiratete Familienvater zog sich in das Chefzimmer seines Präventionsdienstes zurück.

Alle glaubten, Andreas L. bereitet die Einsätze seiner 20 Untergebenen für die kommende Woche vor. Denn die Poli-zisten im Fachbereich Prävention haben momentan viel zu tun. Derzeit überprüfen sie die Sicherheit von Fahrrädern, halten Referate über Drogen und Gewalt an Schulen.

Doch Andreas L. wollte am Sonnabend nicht arbeiten, er wollte sterben. Am Nachmittag hallte ein Schuss durch die Flure der Dienststelle. Der Polizeichef hatte sich mit seiner Dienstpistole P7 (Heckler &Koch, 9 Millimeter) in den Kopf geschossen. Polizeisprecher Thomas Geithner (32): „Wir trauern um einen beliebten und kompetenten Kollegen. Das Motiv für den Suizid liegt im persönlichen Bereich.“ ml