erweiterte Suche
Freitag, 29.08.2014

Platten am Neustädter Markt sollen bleiben

Stadt und Politiker schlagen vor, die Wohnblocks am Goldenen Reiter abzureißen. Viele Dresdner finden das allerdings nicht gut.

Plattenbauten am Neustädter Markt.
Plattenbauten am Neustädter Markt.

© André Wirsig

Kaum ein Thema wird so stark von den Dresdnern diskutiert, wie ein möglicher Abriss der Plattenbauten am Neustädter Markt. Das zeigte sich auch bei unserer nicht repräsentativen Telefonbefragung. Dabei wollten wir von unseren Lesern wissen, ob sie einen Abriss der Wohnblocks aus den 1970er-Jahren befürworten oder eher ablehnen. 710 Leser haben sich zu der Frage geäußert. Eine knappe Mehrheit von 45 Prozent sprach sich dafür aus, dass die Plattenbauten stehen bleiben sollen. Für sie gehören die Häuser als Teil der Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts zum Stadtbild einfach dazu. 29 Prozent der Befragten stimmten für den Abriss der Wohnblocks. Ihrer Meinung nach verschandeln die unsanierten Bauten das Stadtbild. Gut ein Viertel unserer Leser wollten sich nicht festlegen.

Angestoßen wurde die Diskussion um die Wohnblocks zu Jahresbeginn, als die Stadt- und Ortsbeiräte über die Zukunft des Fußgängertunnels am Goldenen Reiter berieten. Die unterirdische Querung der Großen Meißner Straße war während des Hochwassers im Juni 2013 überschwemmt und schwer beschädigt worden. Gutachten ergaben, dass eine Sanierung des Tunnels die Stadt mehr als 330.000 Euro kosten würde. Politiker mehrerer Parteien lehnten das ab. Stattdessen machten sie sich für eine Neugestaltung des Neustädter Marktes stark. Neu ist das Thema aber nicht.

Seitdem das Barockviertel in den vergangenen Jahren Stück für Stück aufwendig saniert wurde, interessiert sich sogar die Stadt dafür. Es gibt in der Verwaltung Pläne für einen Zugang zu dem Viertel vom Goldenen Reiter. Dafür müssten allerdings die Plattenbauten Neustädter Markt 4 und 5 oder zumindest ein Teil davon abgerissen werden. Jedoch konnten diese Pläne noch nicht weiterverfolgt werden. Denn die Eigentümerin der Plattenbauten, die Gagfah, wollte mit der Stadt vorerst nicht über einen möglichen Abriss verhandeln.

Die Diskussionen der Dresdner und Politiker während der vergangenen Monate haben nun scheinbar Bewegung in die Verhandlungen gebracht. Stadt und Gagfah haben vor wenigen Wochen bereits über die Zukunft der Plattenbauten gesprochen. Das bestätigt auch Gagfah-Sprecherin Bettina Benner. Weitere Details dazu nannte sie jedoch nicht. Parallel dazu würde das Vorhaben intern geprüft. Denn nicht nur ein Abriss wäre möglich, um den Platz optisch aufzuwerten, sondern auch eine Sanierung der betreffenden Plattenbauten. (kah/uki)