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Dienstag, 18.06.2013

Planungsstopp für die Hafencity

Hochwasserexperten lehnen das Großprojekt ab. Nun will auch die Stadtverwaltung das Vorhaben noch einmal prüfen.

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Blick auf die Leipziger Straße und den Pieschener Hafen in Dresden. Das Großprojekt Hafencity an der Leipziger Straße droht zu scheitern.
Blick auf die Leipziger Straße und den Pieschener Hafen in Dresden. Das Großprojekt Hafencity an der Leipziger Straße droht zu scheitern.

© Jürgen-Michael Schulter

  • Blick auf die Leipziger Straße und den Pieschener Hafen in Dresden. Das Großprojekt Hafencity an der Leipziger Straße droht zu scheitern.
    Blick auf die Leipziger Straße und den Pieschener Hafen in Dresden. Das Großprojekt Hafencity an der Leipziger Straße droht zu scheitern.
  • Futuristisch wirken die Wohnhäuser der Hafencity im Entwurf des Büros Zanderarchitekten. Es schlägt alte Hafenstrukturen und viel Grün vor. Die Stadt zeigt zur Expo Real in München ein Rahmenkonzept und sucht dafür Investoren. Fotos: Zanderarchitekten, Stadtplanung, 2009
    Futuristisch wirken die Wohnhäuser der Hafencity im Entwurf des Büros Zanderarchitekten. Es schlägt alte Hafenstrukturen und viel Grün vor. Die Stadt zeigt zur Expo Real in München ein Rahmenkonzept und sucht dafür Investoren. Fotos: Zanderarchitekten, Stadtplanung, 2009

Das Großprojekt Hafencity an der Leipziger Straße droht zu scheitern. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV), im Freistaat zuständig für den Hochwasserschutz, schätzt die geplante Bebauung als „sehr kritisch“ ein. „Dieser Bereich sollte freigehalten werden, da er Teil des festgesetzten Überschwemmungsgebietes ist“, sagte eine Sprecherin. Nach der Flut hatte die LTV einen Hochwasserschutz für den Bereich zwischen Marienbrücke und Alexander-Puschkin-Platz geprüft. Er war allerdings aus städtebaulicher und wirtschaftlicher Sicht abgelehnt worden, da die Betroffenheit vergleichsweise gering war.

Nun hat auch die Stadtverwaltung Zweifel an den bisherigen Planungen. „In Anbetracht des Hochwassers sollte man noch einmal über die Pläne nachdenken“, sagte der Ortsamtsleiter André Barth bei der gestrigen Sitzung des Neustädter Ortsbeirates. Das Gremium sollte eigentlich über die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal abstimmen. Der Punkt wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Stadt müsse die tatsächlichen Auswirkungen des Hochwassers untersuchen, sagte Barth. Derzeit vorhandene Hochwasserkarten müssten erneuert werden.

Die Grünen fordern eine intensive Prüfung des Vorhabens. „Ohne Hochwasserschutz und -vorsorge darf nicht gebaut werden“, sagte der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Thomas Löser. Hochwasserschutz sei zwar von Anfang an Grundlage des Hafencity-Projektes gewesen. Die Investoren müssten nun aber nachweisen, ob dieser auch umgesetzt werde. Bis zum Ende der Prüfung des Vorhabens solle der Verein Freiraum Elbtal, der das Areal eigentlich bis Ende Juni verlassen soll, bleiben dürfen.

Der Masterplan für die Hafencity war vor mehr als drei Jahren vom Stadtrat beschlossen worden. Das Gebiet entlang des Neustädter Hafens bis zum Alexander-Puschkin-Platz im Osten und der Bahnanlage im Norden soll mit Wohnhäusern und kleinen Läden bebaut werden. Weitere Flächen sollen entlang von Grünzügen entwickelt werden.

Das Unternehmen Dresden Bau plant den Bau von rund 240 Wohnungen auf einem 30.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Nähe des Alexander-Puschkin-Platzes zwischen Elbe und Leipziger Straße. Weitere Wohnungen will die Firma USD auf einer benachbarten Fläche weiter stadteinwärts errichten.

In einer Einwohnerversammlung am 1. Juli informiert die Stadtverwaltung über den aktuellen Stand der Planungen. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Bürgersaal des Ortsamtes Neustadt, Hoyerswerdaer Straße 3.