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Montag, 17.11.2014

Pegida-Marsch wird größer - Gegenproteste nehmen zu

Fast doppelt so viele Menschen wie vor einer Woche sind dem Aufruf der Pegida-Initiative gefolgt und haben gegen eine vermeintliche Überfremdung demonstriert. Der erstmals spürbare Widerstand zwang Pegida allerdings zur Planänderung.

Der Pegida-Spaziergang sollte eigentlich am Theaterplatz enden. Dort versammelten sich dann aber Gegendemonstranten.
Der Pegida-Spaziergang sollte eigentlich am Theaterplatz enden. Dort versammelten sich dann aber Gegendemonstranten.

© Sven Ellger

Dresden. Die Zahlen der Teilnehmer steigen stark an- auf beiden Seiten. Beim nunmehr fünften sogenannten „Großen Spaziergang“ der Initiative „Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) sind fast doppelt so viele Menschen auf die Straße gegangen als in der Vorwoche. Mehr als 3 000 Demonstranten versammelten sich nach Polizeiangaben am Abend am Dr.-Külz-Ring, um anschließend am Rathaus vorbei über den Pirnaischen Platz weiter zum Postplatz zu laufen. Vergangenen Montag waren es noch etwa 1.700 Teilnehmer. Die Aktion ist ein Protest gegen die vermeintliche Islamisierung der deutschen Gesellschaft.

Gegendemo besetzt Theaterplatz

Anders als bei den ersten Protestmärschen formierte sich diesmal größerer Widerstand gegen die Pegida-Anhänger. Schätzungen zufolge trafen sich 500 bis 600 Gegendemonstranten unter Führung der Initiative „Dresden nazifrei“ in Höhe des Margonhauses an der Budapester Straße. Kurz nach 19 Uhr hatten sie den Theaterplatz besetzt - also genau die Stelle, an der der Pegida-Marsch enden sollte. Pegida musste daher für seine Abschlusskundgebung kurzfristig auf den Postplatz ausweichen. Die Polizei riegelte die Übergänge vom Theater- zum Postplatz ab, damit die beiden Demonstrationszüge getrennt bleiben. So blieb es bis zur Auflösung der Veranstaltungen friedlich.

Am Abend hatten sich auch auf dem Neumarkt an der Frauenkirche etwa 200 Menschen gegen den Pegida-Marsch versammelt. Sie waren dem Aufruf verschiedener Initiativen, Gewerkschaften und Kirchen gefolgt, um gegen die Thesen von Pegida ein Zeichen zu setzen. (jep/fsc)