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Mittwoch, 20.05.2015

Pegida denkt über Ende der Montags-„Spaziergänge“ nach

Laut einem Medienbericht will die asylkritische Bürgerbewegung Anfang Juni zum vorerst letzten Mal „spazieren“. Wenig später soll es dann noch einen „großen Abschluss“ geben.

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Pegida Chef Lutz Bachmann (M.) während der Pegida-Kundgebung am 11. Mai auf dem Schlossplatz in Dresden.
Pegida Chef Lutz Bachmann (M.) während der Pegida-Kundgebung am 11. Mai auf dem Schlossplatz in Dresden.

© Robert Michael

Dresden. Die asylkritische Bürgerbewegung Pegida plant, ihre montäglichen Demonstrationen zu stoppen. Das geht aus einem Strategiepapier hervor, das in dem rechtskonservativen Intellektuellenmagazin Sezession veröffentlicht wurde. Demnach könnte Pegida am 1. Juni vorläufig das letzte Mal auf die Straße gehen.

Sezession-Chefredakteur Götz Kubitschek zufolge hat Pegida vor, zumindest über den Sommer hinweg eine Pause einzulegen. Zuvor soll es einen „großen Abschluss“ geben: ein Sommerfest am 7. Juni, dem Tag der Oberbürgermeisterwahl in Dresden. Pegida tritt dabei mit Tatjana Festerling als Kandidatin an.

Der einzige Zweck des Festes sei es, die bisherigen „Spaziergänger“ untereinander zu vernetzen. „Sie sollen sich über Initiativen informieren, deren Strukturen stabiler sind als die einer Protestbewegung“, schreibt Kubitschek. Zudem könne dieses Fest für die Identitäre Bewegung „zu einem wichtigen Tag werden“.

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Die Identitäre Bewegung ist eine Vereinigung meist junger Männer, die ihre nationale Identität bedroht sehen. Im Januar hatten mehrere Identitäre das Foyer des Sächsischen Landtags kurzzeitig besetzt. Kubitschek hat mehrfach bei Legida in Leipzig sowie bei Pegida in Dresden geredet, zuletzt im April beim Auftritt des niederländischen Politikers Geert Wilders. Zudem unterstützt der gebürtige Schwabe, der auf dem Rittergut Schnellroda im Saalekreis ein Institut für Staatspublizistik betreibt, den rechtskonservativen Erfurter Flügel der AfD.

Pegida-Chef Lutz Bachmann hatte zunächst zugesagt, die Fragen der SZ zu den Plänen zu beantworten, äußerte sich dann aber doch nicht. Pegidas OB-Kandidatin Festerling hat inzwischen dazu aufgerufen, die Wahl zu beobachten, indem „möglichst viele Freunde, Kollegen und Bekannte“ in den Wahllokalen bleiben sollen, um sich „von der richtigen Stimmenauszählung“ zu überzeugen. (SZ/uwo)

Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Filburt

    Nee, klar, einzig und allein und nur Pegida kann natürlich eine freie Wahl garantieren, sie repräsentieren schließlich mindestens 150% der deutschen Bevölkerung. Hoffentlich ist das Provinz-Kaspertheater bald vorbei, damit man sich für Dresden in anderen Gegenden nicht mehr ständig fremdschämen muss.

  2. Steve

    Pegida war mehr als nur ein kurzzeitiges Aufbegehren derjenigen, die sich von der Politik nicht mehr vertreten füllen. Es zeigte, mit welchen Mitteln die herrschenden Eliten solchen „Überraschungen“ begegnet: Die geballte Macht der Meinungsmacher (Medien) vereinte sich mit dem linken Protestpotenzial (Antifa usw.) und religiösen Institution (u.a. Islamisches Zentrum Dresden usw.), um schon existierende Demos mindestens zu behindern und (im Westen) neue „Pegidas“ gar nicht erst entstehen zu lassen. Bestürzend ist für mich dabei, dass man dazu bereit war, selbst Gewalt (Bahnzerstörungen, illegale Blockaden usw.) in Kauf zu nehmen, denn diese Gesetzesbrüche wurden entweder verniedlicht („friedliche Blockade“) oder gar der Pegida in die Schuhe geschoben („Am Rande einer Pegida-Demonstration kam es …“). Im Ergebnis haben wir nun eine weiter abnehmende Wahlbeteiligung und eine zunehmende Polarisierung in der Bevölkerung. Traurig.

  3. Berg

    Nun gerät die Berichterstattung vollends zur Schilderung von organisatorischen Abläufen und Personalfragen. Sind denn die Beweggründe, die Forderungen, die Inhalte, kurz: das 19-Punkte-Programm vergessen? DARUM geht es doch eigentlich, nicht um Teilnehmerzahlen, Strukturen, Termine.

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