erweiterte Suche
Dienstag, 28.03.2017

Pause beim Abriss in Zittau?

Die Stadt Zittau plant 2017 keine neuen Rückbauten. Auch private Grundstückseigentümer halten sich zurück.

Bild 1 von 4

Der Anbau der ehemaligen Kaufhalle Mitte in der Albertstraße wird entfernt, um dem historischen Gebäude seine ursprüngliche Form zurück zu geben. Im September zog die „Preisbombe“ deshalb in die Böhmische Straße um.
Der Anbau der ehemaligen Kaufhalle Mitte in der Albertstraße wird entfernt, um dem historischen Gebäude seine ursprüngliche Form zurück zu geben. Im September zog die „Preisbombe“ deshalb in die Böhmische Straße um.

© Rafael Sampedro

  • Der Anbau der ehemaligen Kaufhalle Mitte in der Albertstraße wird entfernt, um dem historischen Gebäude seine ursprüngliche Form zurück zu geben. Im September zog die „Preisbombe“ deshalb in die Böhmische Straße um.
    Der Anbau der ehemaligen Kaufhalle Mitte in der Albertstraße wird entfernt, um dem historischen Gebäude seine ursprüngliche Form zurück zu geben. Im September zog die „Preisbombe“ deshalb in die Böhmische Straße um.
  • Die Baracke zwischen Schliebenschule und Jugendhaus Villa wird abgerissen.
    Die Baracke zwischen Schliebenschule und Jugendhaus Villa wird abgerissen.
  • Die leer stehende Kaufhalle-Ost in der Brückenstraße ist zum Sicherheitsrisiko geworden. Sie wird abgerissen.
    Die leer stehende Kaufhalle-Ost in der Brückenstraße ist zum Sicherheitsrisiko geworden. Sie wird abgerissen.
  • Auch das ehemalige Gemeindeamt in Dittelsdorf wird verschwinden.
    Auch das ehemalige Gemeindeamt in Dittelsdorf wird verschwinden.

Zittau. Von der ehemaligen „Totenschänke“ in der Görlitzer Straße ist nichts mehr übrig und auch das leer stehende Eckhaus Neue/Weststraße ist abgerissen worden. In den vergangenen Jahren kam die Abrissbirne sehr oft zum Einsatz. Die Stadt verkleinerte sich selbst, baute planmäßig von den Rändern aus nach innen zurück. Durch regulierendes Eingreifen in den Wohnungsmarkt den Leerstand im Stadtzentrum verringern, lautet der Plan seit dem Jahr 2004.
In den Jahren nach 2005 entwickelte sich Zittau-Ost zum Schwerpunkt des Stadtumbaus, ganze Straßenzüge in der Plattenbausiedlung verschwanden. Bis 2035 soll der letzte Block in Zittau-Ost gefallen sein. So konnte die Einwohnerzahl im Stadtzentrum wieder steigen. Stadtumbauexperten sind der Auffassung, dass noch mehr Wohnraum zurückgebaut werden müsste, damit die Sanierung von historischen Bauten einigermaßen rentabel wird. Nun scheint es so, als würden die Abrissbagger eine Pause einlegen. Die SZ wollte wissen, welche Gebäude in diesem Jahr vom Erdboden verschwinden.

Überblick: Abriss 2017 in Zittau

1 von 4

Welche Häuser wurden im vergangenen Jahr abgerissen?

Im Laufe des vergangenen Jahres wurden in Zittau mindestens sieben Gebäude abgerissen. Zu ihnen gehörten das Eckgebäude Olbersdorfer Straße/Lilo-Herrmann-Weg in Eichgraben, die Herwigsdorfer Straße 5/7, das Doppelhaus Max-Lange-Straße 9a und b, das Bahnhofsgebäude in Hirschfelde, die Gewichtheberhalle an der Hauptturnhalle und das Haus in der Juststraße 1.

Wollen die Großvermieter zurückbauen?

Die Wohnbaugesellschaft Zittau wird 2017 keine weiteren Häuser zurückbauen, das versprach Geschäftsführerin Uta-Sylke Stanke im Dezember in einem SZ-Interview. Stattdessen investiert die Wohnbaugesellschaft in Plattenbauten, saniert einen Wohnblock in Zittau-Süd.

Auch die Wohnungsgenossenschaft Zittau wird kein einziges Haus abreißen. Das erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Frank Sefrin auf Anfrage der SZ.

Welche Gebäude sollen 2017 in Zittau verschwinden?

2017 werden voraussichtlich keine neuen Abrissvorhaben über das Brachen-Förderprogramm in der Stadt finanziert. Davon geht Birgit Kaiser, Geschäftsführerin der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft, aus, da sich das Förderprogramm extrem verschärft habe. Auf der Agenda stehen in diesem Jahr noch ältere Vorhaben, wie der Abriss der Baracke zwischen Schliebenschule und Jugendhaus Villa, der Abriss der Kaufhalle-Ost in der Brückenstraße und des ehemaligen Gemeindeamtes Dittelsdorf, für die inzwischen die Fördermittelbescheide vorliegen. Der Stadtrat ermächtigte Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) in seiner letzten Sitzung, die Ausschreibungen für den Abriss des Anbaus an dem historischen Eckgebäude Albert-/Reichenbergerstraße und dem ehemaligen Gemeindeamt in Dittelsdorf rauszuschicken. Auf dem Grundstück in Dittelsdorf soll nach dem Abriss ein 100 Kubikmeter Wasser fassender Löschwasserbehälter eingebaut werden. Nicht für alle Rückbauten und Abrisspläne gibt es Fördermittel. Vorhaben, die ohne Fördermittel auskommen, werden bei der Bauaufsicht angezeigt.

Welche Abrisspläne sind bei der Bauaufsicht für dieses Jahr angezeigt?

Neben dem Abbruch des ehemaligen Gemeindeamts mit Nebengebäude in Dittelsdorf ist ein Flachdach auf einem privaten Grundstück in Wittgendorf wegen Einsturzgefahr zum Rückbau gemeldet, erklärt Stadtsprecher Kai Grebasch auf Anfrage. Das schließe allerdings nicht aus, dass bis zum Jahresende neue Rückbauvorhaben angezeigt werden, so Grebasch.