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Freitag, 31.03.2017

Patzelt-Anschlag: Bekennerschreiben aufgetaucht

Das stark beschädigte Auto von Prof. Werner J. Patzelt, aufgenommen am 28. März.
Das stark beschädigte Auto von Prof. Werner J. Patzelt, aufgenommen am 28. März.

© Robert Michael

Dresden. Am frühen Dienstagmorgen (28. März) hatten Unbekannte das Auto des Dresdner Politikwissenschaftlers Werner J. Patzelt angezündet.

Jetzt ist auf der Website linksunten.indymedia.org ein Bekennerschreiben aufgetaucht, in dem sich „militante Antifas“ zu der Tat bekennen. Die Authentizität des Schreibens kann nicht zweifelsfrei bestätigt werden, zumindest am Freitagabend konnte das Lagezentrum der Polizei hierzu noch keine Aussage treffen. Inzwischen hat nach Angaben der Dresdner Polizei das für extremistische Taten zuständige Operative Abwehrzentrum (OAZ) in Leipzig die Ermittlungen übernommen. Dort war am Samstag aber niemand erreichbar, der Auskunft zum Stand der Ermittlungen geben konnte.

In dem Schreiben wird Patzelt vorgeworfen, dass er durch seine wissenschaftliche Arbeit „die geistige Grundlage“ für eine angebliche „konservative, rassistische und nationalistische Politik“ miterschaffe. Der oder die Verfasser sehen beim Opfer des Anschlags offenbar eine Mitverantwortung für „rassistische Pogrome, faschistische Angriffe und eine ekelhafte konservative Politik“ in der Stadt Dresden und im Freistaat Sachsen.

Außerdem bringen der oder die Verfasser im Schreiben ihre Freude über die am Montagabend (27. März) in der Dresdner Neustadt stattgefundene „aggressive Sponti“ (Spontankundgebung) zum Ausdruck. Bei der nicht angemeldeten Demonstration waren zwei Menschen verletzt worden, außerdem kam es zu Sachbeschädigungen.

Die Seite linksunten.indymedia.org ist ein in linken bzw. linksextremen Kreisen genutztes Informationsmedium, auch in der Vergangenheit waren hier schon Bekennerschreiben zu extremistisch motivierten Straftaten veröffentlicht worden. (szo)