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Mittwoch, 04.10.2017

Partnerin mit der Gehhilfe verprügelt

Er hatte seine Chance, er hat sie nicht genutzt – doch nun gibt es nochmals Bewährung. Alle hoffen auf die Alkoholtherapie.

Von Alexander Schneider

© Fabian Schröder

Das ging ja mal vorzüglich schnell. Erst im August hat ein 31-jähriger Deutscher seine Lebensgefährtin (gleichfalls deutsche Staatsbürgerin) mehrfach geschlagen – und kaum eineinhalb Monate später fand er sich vor dem Schöffengericht wieder. Ein solches Tempo wird am Dresdner Amtsgericht sogar Schwarzfahrern nur selten zuteil – und das will echt etwas heißen. Möglicherweise hat ein drohender Haftbefehl dabei geholfen, dass Christoph D. seine Ausfälle sofort bereut und eingeräumt hat. Der Mann ohne Beruf und Arbeit ist einschlägig vorbestraft, weil er schon früher betrunken auf seine Lebensgefährtin eingeschlagen hatte. Dafür wurde er zweimal zu Haftstrafen von insgesamt zweieinhalb Jahren verurteilt, saß im Gefängnis und wurde im März vorzeitig entlassen. Er stand unter Bewährung, etwa neun Monate sind noch offen.

Laut Anklage hat D. Mitte August an drei Tagen in der gemeinsamen Wohnung auf seine Lebensgefährtin eingeschlagen. Einmal habe er die 31-Jährige sogar wiederholt mit seiner Krücke vermöbelt. Die 31-Jährige zog nach der dritten Attacke endlich aus und ging zur Polizei. Verteidiger René Zebisch erklärte im Namen seines Mandanten, die Vorwürfe seien zutreffend. D. selbst sagte, er habe mit seiner Partnerin täglich getrunken – Schnaps und Bier. „Wir sitzen da, trinken und machen einfach nichts.“ Er hoffe auf eine Alkoholtherapie, die nächste Woche beginnen könne.

Die 31-Jährige sagte als Zeugin, nüchtern sei D. ein lieber, humorvoller Mensch – alkoholisiert sei er jedoch extrem aggressiv, beleidigend und streitsüchtig. Sie habe gehofft, dass sich D.s Verhalten nach der Haftstrafe geändert habe. „Ich habe geglaubt, es funktioniert, wenn er keinen Alkohol mehr anfasst.“ Von der Haftanstalt habe sie diesbezüglich nur Positives gehört.

Das Gericht verurteilte D. zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Anders als von der Staatsanwaltschaft beantragt, wurde die Strafe nochmals zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss D. sein Alkoholproblem angehen. „Es ist eine letzte Chance“, sagte die Richterin.

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