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Dienstag, 13.02.2018

Parkhotel kommt unter den Hammer

Seit einem Jahr ist das Haus in Hohnstein geschlossen, die Käufersuche der Eigentümer blieb erfolglos. Jetzt soll eine Auktion helfen.

Von Anja Weber

Das Parkhotel Ambiente in Hohnstein steht seit Februar 2017 leer. Jetzt soll es versteigert werden.
Das Parkhotel Ambiente in Hohnstein steht seit Februar 2017 leer. Jetzt soll es versteigert werden.

© Daniel Schäfer

Hohnstein. Vor fast genau einem Jahr, am 28. Februar 2017, wurde im Parkhotel Ambiente an der Waldstraße in Hohnstein das Licht ausgeknipst. An die vom Betreiber angekündigte „vorübergehende Schließzeit“ glaubten damals nur Wenige, alles deutete eher auf das Ende des Hotelbetriebs in der damaligen Form hin. Der Eigentümer, die KMG Kliniken Bad Wilsnack, ließ die Zukunft des Parkhotels offen. Auch zu den Gründen, weshalb das Hotel geschlossen wird, wollte man sich damals nicht äußern.

Die KMG-Kliniken boten das Hotel zum Verkauf an – ein Ansinnen, das wohl bisher nicht den erhofften Erfolg brachte. Denn jetzt haben die Hotel-Eigner die Strategie gewechselt: Das Haus soll versteigert werden. Einen Termin dafür gibt es auch schon. Das Hotel kommt am 6. März bei der Sächsischen Grundstücksauktion in Dresden unter den Hammer, das Mindestgebot liegt bei 595 000 Euro.

Im Auktionskatalog sieht das Hotel so aus, als ob alles bestens in Schuss wäre. Die Betten in den Zimmern sind frisch gemacht, auf den Tischen im Speisesaal stehen schöne Blumengestecke auf weißen Tischtüchern. Die Fotos allerdings stammen aus dem Jahr 2014, wie im Auktionskatalog ganz offen eingeräumt wird. Damals hatte das Haus gerade eine Wiedereröffnung nach winterlicher Zwangspause geschafft.

Warum das Hotel offenbar nicht so lief wie von den Eigentümern erwartet, ist unklar. Die Anlage bietet eigentlich alles, was Urlauber so benötigen: geräumige Zimmer, Restaurants, Außenflächen und einen Wellnessbereich. Im Auktionskatalog wird die Ausstattung mit modernen Duschen und Bädern und barrierefreiem Zugang als zeitgemäß beschrieben. Insgesamt sei das Objekt in einem guten und gepflegten Unterhaltungszustand mit normalen Gebrauchsspuren, heißt es.

Möglicherweise findet sich nun doch ein Käufer für das Haus. Nach der Schließung Ende Februar 2017 hatte der Eigentümer das Hotel zum Verkauf ausgeschrieben, die damaligen Preisvorstellungen lagen zwischen 700 000 Euro und einer Million. Haus und Grundstück wurden nicht explizit als Hotel angeboten, um andere Nutzungsmöglichkeiten wie Schulungszentrum oder Altenheim offenzulassen. Aber es fand sich kein Käufer. Auch Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) ging in die Spur und warb für Interessenten. Ein regionaler Eigentümer wäre ihm am liebsten gewesen. Das Nutzungskonzept für das Haus könne aus Sicht des Bürgermeisters in Richtung Wanderhotel gehen.

Auch wenn das Haus insgesamt gut in Schuss ist, um einige Investitionen wird der Ersteigerer nicht herumkommen. Das Gebäude wurde 1908 errichtet und war zu DDR-Zeiten als FDGB-Ferienheim „Haus Sachsen“ bekannt. In den 1990er-Jahren wechselten die Besitzer, nach 2000 kam das Haus in etwas ruhigeres Fahrwasser. Es wurde 2001 bis 2003 als Hotel umfassend renoviert und um einen Anbau ergänzt.

Immer wieder gab es Auszeichnungen für das Vier-Sterne-Hotel, unter anderem beim Pokal der Gastlichkeit. Enge Verbindungen zu Aktionen in und um Hohnstein gehörten ebenfalls mit zum Credo des Hotelbetreibers. Derzeit verfügt das Haus über 49 Zimmer, zwei Veranstaltungsräume, ein Restaurant sowie eine Terrasse und einen Wellnessbereich.

Auktion: 6. März, ab 11 Uhr, im Hotel Elbflorenz Dresden, Rosenstraße 36.