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Pannen-Asphalt nun in Kleinröhrsdorf

Auf den Wegen einer Reitanlage gibt’s nun weniger Matsch.

07.10.2017
Von Reiner Hanke

phalt nun in Kleinröhrsdorf
Ein Stück A 4 liegt jetzt auf Kleinröhrsdorfer wegen.

© Reiner Hanke

Kleinröhrsdorf. Die Autobahn 4 zwischen Ottendorf-Okrilla und Pulsnitz hat nun schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen eine neue Asphaltschicht erhalten. Bis Ende des Monats sollen die Arbeiten endlich beendet sein. Die Panne beim Bau sorgte nicht nur für Schlagzeilen, sondern sorgt auch nach wie vor für mächtigen Unmut bei Autofahrern.

Es gibt bei all dem Ärger aber auch eine kleine positive Nachricht. Ein Stück der A 4 steckt nun in Kleinröhrsdorfer Wegen. Dort geht es freilich geruhsamer zu. Da spielt eine besonders hohe Qualität des Materials eine untergeordnete Rolle. Grauschwarzer Bruch aus Straßenmaterial knirscht jetzt unter den Sohlen auf Wegen durch das Gut Heinrichshof in Kleinröhrsdorf. Dieser Bruch kommt von der Autobahn 4, genau aus dem Abschnitt zwischen den Anschlüssen Ottendorf und Pulsnitz. Betriebsleiter Stefan Seyfarth betont, es sei aber nicht die Asphaltschicht selbst: „Es ist die Verbindungsschicht, auf der die Asphaltschicht aufgegossen wird. Es ist noch nicht ein Auto darüber gefahren.“ Die Unbedenklichkeit sei zertifiziert. Das Gut habe seine Chance genutzt und günstig Material von der A 4 erstehen können, so Stefan Seyfarth. Denn auf dem Gelände gibt es etwa drei Kilometer unbefestigte Wege. Die spült es immer mehr aus. Schwere Technik wie Radlader tue das Übrige, nicht zu vergessen die Pferde. Gerade im Winter sei es gefährlich glatt. Immer wieder rutsche der Schnee von den Rändern in die ausgefahrenen Wege. Das soll nun Vergangenheit sein.

Dafür rollten 700 Tonnen Straßenmaterial von der A 4 am Heinrichshof an. 600 Tonnen wurden auf dem Gut selbst verteilt. 100 Tonnen auf Feldwegen von Landwirten aus der Nachbarschaft. Es sei ein Kraftakt gewesen, alles zu verteilen, sagt Stefan Seyfarth. Unterstützung habe es von Nachbarn gegeben, auch ein Baubetrieb rückte an. Ohne große Maschinen wäre es schwierig geworden. „Wir sind sehr glücklich über diese Lösung“, sagt der Betriebsleiter. Und die Baufirma sei auch durchaus froh gewesen. Auf der Baustelle ersetzt inzwischen frischer Straßenbelag den fehlerhaften. Der sei nicht ausreichend ausgehärtet gewesen, erklärt Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau noch einmal. Bereits ohne Autoverkehr habe eine Spurenbildung gedroht: „Das war unstrittigerweise nicht abnahmefähig“, stellt sie klar. Für die Wege in Kleinröhrsdorf ist das Material optimal. Es müsse sich jetzt ein paar Wochen setzen. Dann werden es feste Wege, ist sich der Betriebsleiter sicher. Und im Winter weniger Matsch.