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Dienstag, 26.09.2017

Pakete kommen im Flüstermodus

Die Post liefert Pakete ab sofort auch mit Elektroautos aus. Sie sollen vor allem in der Dresdner Innenstadt eingesetzt werden.

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Eines der neuartigen Elektro-Zustellfahrzeuge.
Eines der neuartigen Elektro-Zustellfahrzeuge.

© dpa

Dresden. Die kleinen Zweiachser ähneln den Kühlautos, mit denen tiefgefrorene Lebensmittel zum Kunden gefahren werden: hinter der Fahrerkabine mit zwei Sitzen ist ein wuchtiger Koffer montiert. Dort können bei den neuen mittelgroßen „Streetscootern“ der Post fast eine Tonne Pakete eingeladen werden. Das entspricht etwa 120 Sendungen. Sind die Autos morgens einsatzbereit und die Batterien voll geladen, gehen die Auslieferer auf Tour. Sie sollen vor allem im der Innenstadt unterwegs sein. Bis zu 80 Kilometer können sie mit einer Akkuladung fahren. Helmut Steeg, Post-Chef in Dresden, weist vor allem auf die Leistung der Autos beim Anfahren und Bremsen hin. Bis zu 300 Stopps muss jeder Scooter pro Tag bewältigen. 25 solche Fahrzeuge nimmt die Post jetzt in Dresden in Betrieb. Wie viele Lieferfahrzeuge mit konventionellem Antrieb das Unternehmen in der Landeshauptstadt einsetzt, mochte Steeg nicht sagen. Das sei ein Geschäftsgeheimnis, begründete er seine Zurückhaltung. Briefe stellt das Unternehmen bereits mit Elektrofahrzeugen zu. 30 Elektrofahrräder und 60 E-Dreiräder sind dafür im Einsatz, 14 neue Dreiräder will die Post noch im Herbst in Betrieb nehmen.

Auch Postmodern, ein Unternehmen der DDV-Mediengruppe, zu der auch die Sächsische Zeitung gehört, setzt bei der Briefauslieferung auf Elektrofahrzeuge. Seit etwa zwei Jahren werden dafür rund zwei Dutzend sogenannte Paxster verwendet, kleine vierrädrige Fahrzeuge mit Elektroantrieb, die auch durch schmale Straßen passen und auf beiden Seiten der Fahrerkabine offene Ein- und Ausstiege haben.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) haben Elektroautos in ihrer Transporterflotte. Bisher sind es aber nur vier, weitere sollen angeschafft werden, wenn die Fahrzeugtechnik den DVB-Ansprüchen gerecht wird. Mehr als 80 Kilometer Reichweite müssten sie zum Beispiel haben.

In ganz Dresden sind 383 E-Fahrzeuge zugelassen. Dazu gehört auch der Elektro-Golf des Oberbürgermeisters. (SZ/csp)

Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Hoffentlich!

    wird dann das Personal auch geschult, die Pakete darin so zu verstauen, dass es sie auch findet. Bisher war es nicht unmöglich, dass die Herren Zuträger mit einem Paket vor der Türe stehen und auf den Hinweis, dass es laut DHL-Ankündigung zwei sein müssten mit Schulterzucken reagieren. Kurz darauf wird dann ein zweiter "Zustellversuch" angekündigt. Ansonsten eine sehr sinnvolle Anwendung für E-Fahrzeuge. Die nötige tägliche Reichweite ist begrenzt und für das Von-Tür-Zu-Tür-Fahren ist ein E-Antrieb ideal.

  2. Niederwäldler

    Ach, wie ist das alles NEU! "Schon 1899 testete die Reichspost Elektrowagen, und bereits ab 1920 fuhren sie nach und nach in allen deutschen Städten." Ich habe die Postautos noch in Görlitz fahren sehen. Und da gab es noch keine Klimaprobleme (und auch keine GRÜNEN).

  3. Holger

    Ja Wahnsinn, eine Tonne Pakete 80 Kilometer weit! Man stelle sich vor die hätten nen Benzinmotor drin. Dann könnten Sie drei Tonnen 500 Kilometer weit fahren und das auch noch wesentlich umweltfreundlicher! Und das Auto wäre dann auch noch 30% günstiger. Und ab 40 km/h ist das Reifengeräusch lauter als der Motor also genauso flüster leise. In hundert Jahren wird unser Zeitalter "die Zeit der Idiotie" genannt werden. Im Lexikon wird in diesem Kapitel, Angela Merkel, Claudia Roth, eine Windmühle und ein Elektroauto abgebildet sein.

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