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Donnerstag, 30.03.2017

Oster-Tradition erobert Seußlitz

Vorm Schloss gibt es den ersten Osterbrunnen. Die Macher hoffen damit auf eine weitere Touristenattraktion.

Während ihrer Radtour entdeckte Katrin Pelzer aus der Dahlener Heide den neuen Osterbrunnen vor dem Seußlitzer Schloss. Weil er ihr so gefiel, schoss sie gleich ein Foto.
Während ihrer Radtour entdeckte Katrin Pelzer aus der Dahlener Heide den neuen Osterbrunnen vor dem Seußlitzer Schloss. Weil er ihr so gefiel, schoss sie gleich ein Foto.

© Lutz Weidler

Diesbar-Seußlitz. Rebholz, Efeu, bunte Eier: Der erste Osterbrunnen steht vor dem Weinreich von Katharina Lai in Seußlitz. Katrin Pelzer aus der Dahlener Heide ist begeistert und unterbricht ihre Radtour für ein Foto. Bereits vor 15 Jahren eroberte diese fränkische Tradition die Gemeinde Hirschstein. Mehr als 1 000 Besucher pilgern in der Osterzeit mit Bussen dorthin. Die SZ sprach mit der Initiatorin des Seußlitzer Osterbrunnens und gebürtigen Hirschsteinerin Katharina Lai.

Frau Lai, was hat es mit dem Schild am Brunnen auf sich?

Überall gibt es Verbotsschilder, bei uns Erwünschtschilder. Somit wissen die Leute gleich, dass sie ihr Fahrrad hier anlehnen dürfen. Die Leute freuen sich darüber.

Seit wann gibt es den neuen Brunnen?

Am Sonntag haben wir den kleinen Winzer-Osterbrunnen gestaltet und eingeweiht. Mit Rebholz, Efeu – Weinlaub ist ja noch nicht da – und natürlich Ostereiern.

Wie kam es dazu?

In einer Bürgermeistergesprächsrunde haben wir überlegt, was wir für den Tourismus tun könnten. Und da sind wir auch auf die Idee gekommen, dass es doch schön wäre, wenn die Elbweindörfer durch die Osterbrunnen-Busrundreisen miteinander verbunden werden könnten.

Wer hat bei der Gestaltung geholfen?

Da die Idee sehr kurzfristig kam – Ende Februar – hatten wir keine große Vorbereitungszeit. Wir haben den Brunnen am Sonntag mit etwa 30 eingeladenen Gästen ganz spontan gemeinsam geschmückt und dann abends eingeweiht.

Wie viel Eier hängen am Brunnen?

Oh, so genau kann ich das gar nicht sagen. Ungefähr hundert werden es sein. Es kommen ja auch immer noch welche dazu.

Wieso das?

Jeder, der Lust hat, kann sein Osterei dazuhängen. Ich habe zu den Gästen gesagt, bringt eure Ostereier mit. So habe ich es jetzt als kleine Tradition eingeführt. Dadurch sieht der Brunnen etwas anders aus als andere, manche Eier hängen auch frei.

Werden denn schon Busfahrten zu dem neuen Brunnen angeboten?

Nein, in diesem Jahr noch nicht. Die Idee kam ja auch ganz kurzfristig. Für die Organisation brauchen wir mehr Zeit.

Gibt es im nächsten Jahr welche?

Ja. Ich habe ja auch selbst einen kleinen Oldtimerbus, mit dem ich Weinrundfahrten anbiete, wenn es gewünscht ist. Und wir werden für nächstes Jahr Kontakt aufnehmen, damit die Busunternehmen auch wissen, dass es einen neuen Osterbrunnen gibt.

Sind weitere Osterbrunnen geplant?

Ja. Vielleicht können wir an der Weinstraße in Nünchritz Brunnenbesitzer dazu bewegen, im nächsten Jahr mitzumachen.

Was erhoffen Sie sich für die Zukunft?

Dass viele Leute auf die Tradition in Diesbar-Seußlitz aufmerksam werden. Osterbrunnen sind Anziehungspunkte. Und so kann man etwas zur Weingeschichte unserer Region erzählen.

Das Gespräch führte Uta Büttner.