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Donnerstag, 27.04.2017 LOKAL VOR ORT

Orthopädieschuhtechnik Kittel gibt dem Nachwuchs eine Chance

Ab August soll ein Lehrling ausgebildet werden – gleichzeitig wird ein Mitarbeiter seinen Meister machen

Von Jan Lange

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Der Zittauer Orthopädieschuhmacher Alexander Kittel hat 1993 seinen Meister gemacht, das ist bald 25 Jahre her. Nun wird es ihm sein Mitarbeiter Heiko Klausch gleichtun, und ebenfalls eine Meisterausbildung absolvieren. | Fotos: Jan Lange
Der Zittauer Orthopädieschuhmacher Alexander Kittel hat 1993 seinen Meister gemacht, das ist bald 25 Jahre her. Nun wird es ihm sein Mitarbeiter Heiko Klausch gleichtun, und ebenfalls eine Meisterausbildung absolvieren. | Fotos: Jan Lange
  • Der Zittauer Orthopädieschuhmacher Alexander Kittel hat 1993 seinen Meister gemacht, das ist bald 25 Jahre her. Nun wird es ihm sein Mitarbeiter Heiko Klausch gleichtun, und ebenfalls eine Meisterausbildung absolvieren. | Fotos: Jan Lange
    Der Zittauer Orthopädieschuhmacher Alexander Kittel hat 1993 seinen Meister gemacht, das ist bald 25 Jahre her. Nun wird es ihm sein Mitarbeiter Heiko Klausch gleichtun, und ebenfalls eine Meisterausbildung absolvieren. | Fotos: Jan Lange
  • In der Orthopädieschuhtechnik Kittel gibt es demnächst einige Veränderungen.
    In der Orthopädieschuhtechnik Kittel gibt es demnächst einige Veränderungen.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass Orthopädieschuhmachermeister Alexander Kittel einen Lehrling ausgebildet hat. Nun, nach längerer Pause, gibt der Zittauer Unternehmer dem Nachwuchs wieder eine Chance. Im August soll ein Azubi eine Orthopädieschuhmacher-Lehre beginnen. Interessierte Jugendliche können sich für diese Lehrstelle noch bewerben. Die Noten auf den Zeugnissen sind bei der Auswahl des Lehrlings nicht unbedingt entscheidend, sagt Alexander Kittel. Wichtiger sind dem Zittauer Orthopädieschuhmachermeister die handwerklichen Fähigkeiten und menschlichen Qualitäten des Bewerbers. Denn der Azubi muss sich in ein größeres, seit vielen Jahren zusammenarbeitendes Team integrieren. Dafür kann der Nachwuchs einen traditionellen Handwerksberuf mit modernen Einflüssen erlernen. Heutzutage wird nicht mehr nur mit Leder gearbeitet, Karbon spielt seit Jahren ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch Kunststoffe ändern sich immer wieder – ob in Form von neuen Materialien oder neuen Polsterungen. „Neue Materialien sind bei uns ständig ein Thema“, sagt Alexander Kittel.

Für die Mitarbeiter bedeutet das, dass sie nicht immer nur die gleiche Arbeit erledigen müssen, erklärt Kittel. Anfangs fertigen sie vor allem Einlagen, später dann die komplette Palette orthopädischer Schuhe und Hilfsmittel. Und die ist in der Orthopädieschuhtechnik Kittel besonders vielfältig. In der traditionsreichen Firma werden unter anderem Einlagen, Schuherhöhungen, orthopädische Schuhe, Zehorthesen und Unterschenkelorthesen gefertigt. Und das ganz individuell nach den Bedürfnissen der Kunden.

Mit einer Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher können junge Menschen auch weltweit arbeiten. Alexander Kittel kennt dies aus dem eigenen Umfeld – ein Bekannter arbeitet heute in der Schweiz. Das Handwerk sei universell und die Deutschen führend bei der Ausbildung von Orthopädieschuhmachern. Dass Kittel selbst lange keinen Lehrling hatte, habe vor allem an der fehlenden Kapazität gelegen, erklärt der Unternehmer. Dabei ist die Orthopädieschuhtechnik in der Brüderstraße kein Einzelfall – auch andere Zittauer Orthopädieschuhmacher haben kaum oder gar nicht ausgebildet. „Viele Jugendliche haben das Berufsbild gar nicht mehr auf dem Schirm“, weiß Alexander Kittel. Dass es aus diesem Grund, aber auch wegen der sinkenden Lehrlingszahlen nicht einfach sein wird, einen Azubi zu finden, weiß der Unternehmer. Dennoch ist er optimistisch, dass sich Bewerber melden. Schließlich bietet die Lehre einige Vorteile. Jugendliche aus der Region müssen beispielsweise die Oberlausitz nicht verlassen, sondern können in der Heimat eine Ausbildung absolvieren. Bei einem erfolgreichen Abschluss der Lehre hat der Azubi auch sehr gute Chancen, in der Orthopädieschuhtechnik Kittel weiterbeschäftigt zu werden. Denn in einigen Jahren werden bisherige Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden.

Und ist der künftige Orthopädieschuhmacher einmal in der Firma tätig, kann er sich dort auch weiterentwickeln. So wie Heiko Klausch, der dienstälteste der derzeit im Betrieb tätigen Orthopädieschuhmacher. Er wird jetzt die Meisterausbildung beginnen. Das bringt auch Umstrukturierungen in der Firma mit sich, sagt Alexander Kittel. Der 48-Jährige hat selbst vor knapp 25 Jahren seinen Meister gemacht. Und in den Jahren danach vier Lehrlinge ausgebildet. Im Sommer soll nun ein fünfter hinzukommen.