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Sonntag, 27.01.2013

Orban: Ungarns Regierung verurteilt jede Form des Antisemitismus

Antisemitismus ist in ungarischen Medien keine Seltenheit, eine offen judenfeindliche Partei sitzt im Parlament.

Budapest. Nach den Worten von Ungarns rechtskonservativem Ministerpräsidenten Viktor Orban soll es nie mehr vorkommen, dass in seinem Land jemand wegen seiner Herkunft oder Religion benachteiligt oder gedemütigt wird. „Die Regierung schützt jeden Bürger des Landes und verurteilt jede Form des Antisemitismus“, schrieb der Politiker am Sonntag in einer Botschaft zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

Antisemitische Äußerungen sind in den rechtsgerichteten ungarischen Medien, darunter auch solche, die der Regierung nahestehen, nicht selten. Die rechtsextreme, oppositionelle Parlamentspartei Jobbik (Die Besseren) ist offen antisemitisch. Ende vergangenen Jahres hatte einer ihrer Abgeordneten sogar verlangt, Listen über die Juden in Ungarn anzulegen.

Orban hatte diese Ausfälle - mit einer gewissen Verzögerung - verurteilt. Dem eher verbrämt auftretenden Antisemitismus in den ihm nahestehenden Medien setzt er hingegen nach Ansicht von Kritikern nichts entgegen.

In Ungarn leben heute knapp 100.000 Juden. Im Frühjahr 1944 waren - unter deutscher Federführung und tätiger Mitwirkung der ungarischen Amtsorgane - 600.000 ungarische Juden nach Auschwitz deportiert worden. Die meisten von ihnen wurden dort mit Gas ermordet. (dpa)

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