erweiterte Suche
Dienstag, 22.01.2013

Operieren mit vier Armen

Im Uniklinikum ist ein neuer OP-Roboter im Einsatz. Vor allem Patienten mit Krebs sollen profitieren.

Von Steffen Klameth

Der Professor und sein neuer Kollege: Manfred Wirth am OP-Roboter namens „Da Vinci“. Foto: K.-L. Oberthür
Der Professor und sein neuer Kollege: Manfred Wirth am OP-Roboter namens „Da Vinci“. Foto: K.-L. Oberthür

Kleine Schnitte, große Wirkung: Immer häufiger verzichten Ärzte beim Operieren auf Skalpell und Zange und greifen stattdessen zum Laparoskop. Bei der minimal-invasiven Technik – auch Schlüsselloch-OP genannt – werden die Instrumente über Hülsen in den Körper eingeführt. Zurück bleiben nur kleine Narben.

Doch die Methode ist nicht immer so präzise, wie es sich die Operateure wünschen. Diesen Nachteil soll moderne Technik wettmachen: Ab sofort steht den Spezialisten am Dresdner Uniklinikum ein OP-Roboter der neuen Generation zur Verfügung. „Damit können wir zum Beispiel so nervenschonend wie möglich operieren“, sagt Professor Manfred Wirth, Direktor der Klinik für Urologie. In den vergangenen sechs Jahren arbeiteten er und seine Kollegen bereits mit einem Vorgängermodell. Rund 400 Patienten wurden damit operiert, in der Mehrzahl handelte es sich um Prostata-Entfernungen.

Auch das neue Gerät – unter der Bezeichnung „Da Vinci“ – soll vor allem Krebspatienten zugutekommen – allerdings nicht nur in der Urologie, sondern auch in der Gynäkologie und Bauchchirurgie. Die neuen Direktoren, Prof. Pauline Wimberger und Prof. Jürgen Weitz, verfügen bereits über umfangreiche Erfahrungen mit dem OP-Roboter. Nutznießer werden z.B. Patienten mit Tumoren an Gebärmutter, Gebärmutterhals, Bauchspeicheldrüse, Darm und Enddarm sein. Vier OP-Arme, zwei Arbeitskonsolen und dreidimensionale Optik sind wesentliche Vorteile des neuen Roboters. Die Kosten betragen rund 2,8 Millionen Euro. Das alte Gerät wurde mittlerweile ausrangiert.

Ähnliche OP-Roboter gibt es in Sachsen auch in Leipzig und Riesa. Am Elblandklinikum seien seit März vorigen Jahres etwa 150 Patienten mit der modernen Technik operiert worden, sagte Sprecherin Daniela Bollmann auf SZ-Anfrage. Sieben Ärzte aus drei Bereichen hätten das entsprechende Zertifikat – „und alle sind begeistert.“

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.