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Donnerstag, 23.02.2017

Operation des grauen Stars mit dem Femto-Laser

Der Femto-Laser sorgt bei der Katarakt-Operation für präzise sowie vorhersagbare Ergebnisse und schont gleichzeitig das Auge.

Grafik: © 2017 LENSAR
Grafik: © 2017 LENSAR

Der graue Star, in der Fachsprache Katarakt, ist eine der häufigsten Augenkrankheiten im Alter – eine Linsentrübung, die das Sehvermögen beeinträchtigt. Der Goldstandard bei der Behandlung ist eine Operation, bei der die eingetrübte körpereigene Augenlinse durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Dafür werden klassischerweise mit einem mikrochirurgischen Skalpell wenige Millimeter große Schnitte am Hornhautrand gesetzt und die Kapsel der Linse manuell mit einer Pinzette geöffnet (Kapsulorhexis). Danach wird der Linsenkern mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt. In die verbleibende Hülle wird anschließend die künstliche Linse eingebracht, die den Platz der natürlichen Linse einnimmt.

Seit relativ kurzer Zeit macht bei der Beseitigung des grauen Stars nun eine Methode von sich reden, die in der Augenheilkunde bereits bei der Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit erfolgreich angewendet wird: der Einsatz des Femto-Lasers. „Dieses sehr sanfte OP-Verfahren ist die derzeit technologisch modernste Methode für die Behandlung des grauen Stars. Dabei werden wesentliche, bislang manuelle Arbeitsschritte von dem Femto-Laser übernommen“, sagt Professor Dr. Andreas Böhm vom AugenCentrum Dresden.

Laser-Eingriff punktet mit mehreren Vorteilen

Was kann der Femto-Laser besser? „Bei der Öffnung der Linsenkapsel kommt es darauf an, dass der Schnitt genau mittig und möglichst kreisrund erfolgt. Bei der klassischen Kataraktoperation erfolgt dies mit einer Pinzette von Hand, sodass es unweigerlich zu Abweichungen kommen kann. Der Laser hingegen erzeugt einen perfekten Kreis“, erklärt der Augenarzt. Diese Präzision ist für die perfekte Positionierung der einzusetzenden Kunstlinse, insbesondere bei Multifokal- oder torischen Linsen, von großer Bedeutung. „Ein weiterer Pluspunkt liegt darin, dass der Laser die natürliche Linse zerkleinert und somit beim Linsen-Absaugen deutlich weniger Ultraschallenergie eingesetzt wird“, so Prof. Böhm . „Dadurch werden die Hornhaut und andere Strukturen im Auge weniger gereizt, und die Patienten können schneller wieder gut sehen.“ Dies ist vor allem bei Patienten wichtig, die eine empfindliche Hornhaut oder einen sehr fortgeschrittenen Katarakt haben. „Zusammengefasst ist die Vorhersagbarkeit des operativen Ergebnisses für den Patienten eindeutig besser“, unterstreicht Prof. Böhm. Die Behandlungsparameter sind bei der Laser-Operation individuell programmier- und modifizierbar, und die Arbeitsschritte laufen unter der Kontrolle des Operateurs computergesteuert ab.

Gibt es auch Nachteile gegenüber der konventionellen Methode? „Hinsichtlich der Präzision, Sicherheit und Effizienz können Patient und Operateur nur profitieren. Das einzige Manko – wenn man es so nennen will – besteht darin, dass der Einsatz des Femto-Lasers derzeit keine Kassenleistung ist. Während die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine klassische Operation des grauen Stars, mit der die Betroffenen natürlich auch sehr gut versorgt werden, tragen, müssen die Patienten beim Laser-Eingriff eine Zuzahlung leisten.“ (sy)