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Dienstag, 13.02.2018

Online-Händler versuchen es mit Blumen-Abos

Der Valentinstag beschert Blumenhändlern hervorragende Geschäfte. Einige von ihnen versuchen es derzeit mit einem neuen Modell.

Von Julia Kilian

Frische Blumen sollen zur Gewohnheit werden, denken sich einige Online-Händler und führen das Blüten-Abo ein.
Frische Blumen sollen zur Gewohnheit werden, denken sich einige Online-Händler und führen das Blüten-Abo ein.

© dpa

Berlin. Ein Strauß Dahlien auf dem Küchentisch oder lieber doch gefüllte Tulpen oder auch mal Disteln. Wenn es nach Bloggern und Blumenhändlern ginge, würden so unsere Wohnung aussehen – und zwar jede Woche.

Mehrere Unternehmen bieten inzwischen Abo-Modelle für Blumen an. Das niederländische Start-up Bloomon zum Beispiel, die von Fleurop übernommene Marke Bloomy Days, sogar der Discounter Lidl. Blumen sind in Deutschland ein Milliardenmarkt. Private Haushalte gaben 2017 1,9 Milliarden Euro für Schnittblumen aus, wie Anne Reifenhäuser von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft sagt. Das seien drei Prozent weniger gewesen als im Vorjahr, die Ausgaben schwankten über die Jahre immer mal. Die kleinen Fachgeschäfte bekommen beim Blumenhandel mehr Konkurrenz.

Denn unter anderem die Supermärkte bauen ihr Sortiment aus. Ein Bund Tulpen gibt es in einem Berliner Discounter für 1,99 Euro, aufbewahrt in einem Eimer vor dem Kassenband. Die Blumenläden nehmen oft mehr. Der Verbraucher habe oft nicht mehr so viel Zeit fürs Einkaufen, meint Marktanalystin Reifenhäuser. „Wenn er dann nach Feierabend einkaufen geht, nimmt er Blumen schnell mit.“

Von dem Geld, das Haushalte für frische Blumen ausgeben, bekommen Supermärkte und Discounter jedenfalls mehr ab. Sie steigerten ihren Anteil seit 2012 von 21 Prozent auf 27 Prozent am Privatumsatz. Die Fachgeschäfte bekommen etwa 40 Prozent ab. Dann folgen vor allem Gartencenter und Baumärkte.

Gerade der Valentinstag an diesem Mittwoch oder der Muttertag sind Daten, an denen die Läden viel verkaufen. Die Unternehmen versuchen auch, Blumen stärker online zu vermarkten. Dabei rüsten auch bekannte Namen auf. Das Portal Miflora etwa gehört nun zu Blume2000. Die Fleurop AG, die seit Jahrzehnten mit lokalen Floristen zusammenarbeitet, übernahm im Herbst die Marke Bloomy Days, nachdem das Start-up Insolvenz angemeldet hatte.

Damit soll eine „jüngere, trendaffine“ Zielgruppe erreicht werden, wie eine Fleurop-Sprecherin sagt. Bloomy Days liefert Blumen einmalig – aber auch als Abo. Die Discounter Aldi und Lidl haben ebenfalls „digitale Blumenläden“. Seit Anfang Februar gibt es bei Lidl auch Abonnements. Das Prinzip Abo haben schon viele versucht. Einmal waren es Klingeltöne, jetzt sind es Socken, Gemüsekisten oder Couch-Snack-Boxen. Und Blüten.

Das Start-up Bloomon schickt Kunden ebenfalls regelmäßig Blumen nach Hause. Das Unternehmen wurde 2014 in Amsterdam gegründet. Zahlen zu Kunden und Umsatz werden nicht veröffentlicht. Ihr Umsatz habe sich aber im vergangenen Jahr verdoppelt. Rund 100 Mitarbeiter gibt es in den Niederlanden, in Deutschland wenige. Bloomon schickt immer andere Bouquets, jedes kostet nach Größe etwa 24 bis 35 Euro. Das entspricht in etwa dem, was die Deutschen – zumindest rein statistisch gesehen – pro Kopf für Blumen ausgeben. Und zwar aufs ganze Jahr gesehen. Der Gesamtumsatz mit Schnittblumen liege bei etwa 2,9 Milliarden Euro, wenn man berücksichtige, dass neben Privatleuten eben auch Hotels und andere Unternehmen Schnittblumen kauften, sagt AMI-Marktbeobachterin Reifenhäuser. Den Statistiken zufolge hat es der Online-Verkauf von Blumen in Deutschland dabei noch schwer. „Da hat sich nicht so viel getan“, sagt Reifenhäuser, die sich auf Marktforschungsdaten der GfK stützt. Der Verkauf über das Internet wird in der Statistik nicht alleine ausgewiesen, sondern mit anderen Vertriebsformen erfasst, etwa dem Verkauf an Tankstellen. Verbraucher gaben dort sieben Prozent des Geldes aus, das Privathaushalte insgesamt für Blumen ausgaben. Anteilig etwa ein Prozentpunkt mehr als 2012. Viele scheinen Tulpen oder Rosen also doch noch anders zu kaufen. Manchmal auch einfach jede Woche auf dem Wochenmarkt. (dpa)

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