Dienstag, 29.01.2013

Online-Anbieter Unister beruft neuen Datenschutzbeauftragten

Die Unister-Gruppe ist im Visier der Staatsanwaltschaft - und wegen Sicherheitslecks auch des sächsischen Datenschutzbeauftragten. Zumindest eine Forderung der Aufsichtsbehörden hat Unister jetzt erfüllt.

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Leipzig. Das Leipziger Internet-Unternehmen Unister hat nach massivem Druck der Aufsichtsbehörden einen neuen externen Datenschutzbeauftragten berufen. Wie Unister am Dienstag mitteilte, nimmt der Betriebswirt Frank Hillmer (49) diese Funktion ab sofort war. Unister hat damit eine Forderung des sächsischen Datenschutzbeauftragten erfüllt, der die Standards in der Firma kritisiert und umfassende Auskünfte über die Datenflüsse in der verschachtelten Unister-Gruppe verlangt hatte.

Bis vor kurzen war einer der Gesellschafter des Portalbetreibers zugleich Datenschutzbeauftragter. Das sei unzulässig, monierte die Aufsichtsbehörde. Unister betreibt große Reiseportale wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de sowie zahlreiche weitere Seiten wie geld.de und partnersuche.de.

Unister war wegen verschiedener Sicherheitslecks in die Schlagzeilen geraten. So soll die Firma in der Vergangenheit Kreditkartendaten von Kunden nicht richtig gesichert haben. Zudem wurde ein Leck über Daten von Kunden bekannt, die über die Unister-Seite urlaubstours.de Flüge von Ryanair gebucht hatten. Ihre Daten waren im Internet einsehbar.

Außerdem ermittelt die sächsische Generalstaatsanwaltschaft weiter gegen mehrere führende Unister-Manager wegen des Verdachts des Steuerbetrugs und der illegalen Geschäftemacherei. Unister soll über die Reiseseiten Versicherungsprodukte verkauft haben, ohne die dafür nötige Zulassung zu besitzen. Drei Manager saßen deswegen vorübergehend in Untersuchungshaft. Unister hatte das Vorgehen der Behörden als überzogen kritisiert. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

  1. Karl Bohrmann

    mit großer Genugtuung verfolge ich, dass etwas gegen diesen Abzockverein unternommen wird. Wurde letztes Jahr im Sommer über den Tisch gezogen nachdem ich bei einer Flugbuchung in Klickfallen geraten bin. Hoffentlich wird diesem "Laden" richtig Feuer untern Arsch gemacht, besser noch man schließt endgültig. So denken tausende von Geschädigten. Es besteht inzwischen eine Interessensgemeinschaft die Unister entgegentritt. Es kann nicht angehen, dass sich der "Smarte" Geschäftsführer über alle Gesetze hinwegsetzt. Dieser Mensch gehört in den Knast!

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