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Sonntag, 02.12.2012

Olaf Berger mag Rummel lieber als Ruhe

Von Nadja Laske

Genau das will er eben nicht – sich zurückziehen. Ganz im Gegenteil. Dass sein trauriges Erlebnis die Runde macht, behagt Olaf Berger wenig. Gerade hat er seine Mutter verloren, kein Thema für die Medien, wie er findet. Und auch die Vermutung, er brauche nach ihrem Tod erst einmal Ruhe, weist der 49-Jährige zurück.

Statt den Rummel zu meiden, kommt er halbwegs aufgeräumt zu einem Treffen mit seinen Schlager-Kollegen Roberto Blanco und Norman Langen. Mit ihnen wird er im Dynamo-Stadion spielen. Nicht Fußball, sondern Stimmungsmusik. Noch bleibt viel Zeit bis zur „Schlager Party Dresden“ am 8. Juni. Doch ein sechsstündiges Programm will gut vorbereitet sein. Olaf Berger wird die Sause für Tausende Fans moderieren.

Fassungslosigkeit und Sorge

Spätestens dann wäre Schluss mit privatem Rückzug gewesen. Der jedoch würde ihm ohnehin nicht guttun. „Meine Mama ist vor ein paar Tagen gestorben, aber ich bin hier“, sagt er. „Noch immer brenne ich wie Feuer für meinen Beruf.“ Offizielle Statements folgen: große Herausforderung, super Stimmung, besondere Atmosphäre und so weiter. Auch später bei einer Tasse Kaffee zeigt sich der Sänger ungetrübt sonnig, wirkt aber nachdenklicher. „Zeit zum Trauern werde ich auch so genug haben. Im Moment tut es mir gut, unterwegs und abgelenkt zu sein.“ Viel mag er nicht über die Un-Sterne seines Lebens erzählen, seine Scheidung und den Umzug von Mallorca nach Dresden in die alte Heimat, seine Krebsdiagnose und den Abschied von mehreren lieben Menschen. „Wenn ein Elternteil stirbt, dann weiß man ja weit im Voraus, dass das unumgänglich ist“, sagt er schließlich. Schwer genug, mit Verlusten dieser Art umzugehen, sei es ohnehin. Stirbt aber ein vertrauter Mensch, wie sein Manager Hartmut Proft, mit nur 56 Jahren, dann bleibe nur Fassungslosigkeit. „Ich selbst werde nächstes Jahr 50, da macht man sich schon seine Gedanken.“

Die macht sich Roberto Blanco sicher auch gelegentlich im stillen Kämmerlein. In der Öffentlichkeit aber scheint ihn nichts anzufechten. Der Sänger und Schauspieler wird einen Tag vor der Dresdner Schlagerparty seinen 76. Geburtstag feiern und schwärmt von seinem vollen Terminkalender. In New York trete er mit einem neuen Swing-Programm auf, auch auf seiner nächsten CD werde er mit Jazz und Swing zu erleben sein. „Ich bin seit 58 Jahren im Showbusiness, das soll mir erst mal einer nachmachen“, fordert er seine Kollegen heraus. Ein bisschen Spaß muss eben sein. Olaf Berger nimmt’s gelassen, er punktet immerhin mit 27 Bühnenjahren. So alt ist Norman Langen, Vertreter der neuen Schlagergeneration, gerade erst. Vergangenes Jahr versuchte er sich bei „Deutschland sucht den Superstar“. Bislang coverte er vor allem Songs von Schlagerstars wie Andrea Berg, Jürgen Drews und Wolfgang Petry.

Besser kein Geschäft verpassen

Auch von Michael Wendler, den er im Sommer im Dynamostadion wiedertreffen wird. Denn die drei Sänger bestreiten das Partyprogramm mit einem Dutzend weiterer Stimmungskanonen. Langen wird sicher auch Titel vorstellen, die dann „100 Prozent Norman“ sein sollen. So jedenfalls nennt er sein neues Album, das er für Anfang 2013 ankündigt. Weihnachtsgeschäft also knapp verpasst.

Entgehen lassen will sich Roberto Blanco weder das Geschäft noch Weihnachten. Den jüngsten Besuch in Dresden nutzt er für einen Bummel über den Striezelmarkt. Seine 40 Jahre jüngere Frau Luzandra lässt sich dafür von Olaf Berger beraten. Der jedoch schwärmt vom romantischen Budenzauber auf dem Neumarkt. Zumindest Weihnachten mag er halt ganz leise.

www.schlagerparty-dresden.de