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Dienstag, 21.02.2017

„Ohren auf“ beim Spielzeugkauf!

Immer gut gemeint, aber dennoch häufig ein Fehlkauf: Spielzeug für Babys, Klein- und Schulkinder. Denn Rasseln, Musikinstrumente, Spielzeugpistolen und Co. können Lautstärken von bis zu 100 Dezibel erreichen und dem Gehör der jungen Spielzeugnutzer schaden.

Regelmäßige Hörtests auch für Kinder und Jugendliche sind eine empfehlenswerte Vorsorgemaßnahme - denn gutes Hören ist von Geburt an Grundvoraussetzung für eine ungehinderte Entwicklung der sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten. Hört ein Kind nicht gut, bleibt es auf vielen Entwicklungsfeldern hinter den Gleichaltrigen zurück.
Regelmäßige Hörtests auch für Kinder und Jugendliche sind eine empfehlenswerte Vorsorgemaßnahme - denn gutes Hören ist von Geburt an Grundvoraussetzung für eine ungehinderte Entwicklung der sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten. Hört ein Kind nicht gut, bleibt es auf vielen Entwicklungsfeldern hinter den Gleichaltrigen zurück.

© Foto: Fördergemeinschaft Gutes Hören GmbH

Viele Spielsachen sind laut – für junge Ohren zu laut. Untersuchungen haben gezeigt, dass schon eine Babyrassel, die nahe am Ohr betätigt wird, Lautstärken von über 90 Dezibel erzeugen kann. Das entspricht etwa dem Geräuschpegel in vielen Diskotheken oder dem Schall eines Martinshorns aus zehn Metern Entfernung. Quietsche-Enten oder Trillerpfeifen direkt am Ohr bringen es sogar auf bis zu 130 Dezibel – so laut ist ein startender Düsenjet oder ein Rockkonzert. Bei einem Schallpegel von etwa 130 Dezibel liegt auch die Schmerzschwelle des Gehörs, ab hier sind Hörschäden bereits bei kurzer Einwirkung möglich. Kinderohren sollten daher grundsätzlich von derartigen Lärmquellen ferngehalten werden.

Wenn es um Lärmprävention bei Kindern geht, sind insbesondere Eltern und Erwachsene gefragt. Sie sollten der jüngeren Generation gesunde Hörgewohnheiten vorleben und so ein Bewusstsein für die Gefahren von Lärm vermitteln. Bei der Auswahl geeigneter Spielzeuge sollte zudem genau darauf geachtet werden, welche hohen Lautstärken sie erzeugen. Nicht zu empfehlen sind Spielsachen mit dem Warnhinweis „von den Ohren fernhalten“ – Kinder könnten diese Verhaltensregel nur allzu leicht vergessen oder sie einfach nicht beachten. Am besten ist es, Spielzeuge vor dem Kauf auszuprobieren oder sich von einem Verkäufer vorführen zu lassen. Dabei gilt: Was schon für Elternohren zu laut ist, ist es für Kinderohren ganz bestimmt.

Doch nicht nur lärmendes Spielzeug stellt eine Gefahr für das Hörvermögen der jungen Generation dar. Allgemein ist unsere Umgebung lauter geworden, sei es der Lärm im Straßenverkehr, die Geräuschpegel im Kindergarten und später in der Schule sowie laute Musik und Dauerbeschallung über Kopfhörer. Diese permanenten akustischen Belastungen können das jugendliche Gehör irreparabel schädigen und die Hörleistung mindern. Gerade bei sehr kleinen Kindern kann das schlechte Hören den Spracherwerb und die gesamte Entwicklung beeinträchtigen. Auch bei älteren Kindern und Jugendlichen bleiben Hörschwächen nicht folgenlos: Schwächere Lernleistungen und Probleme in den sozialen Beziehungen können daraus resultieren. Vor diesem Hintergrund setzt die Fördergemeinschaft Gutes Hören seit jeher auf systematische Hörprävention und Aufklärungsarbeit. Sie rät dazu, bereits in jungen Jahren bei kostenlosen Hörtests regelmäßige sein Gehör überprüfen zu lassen. Dabei erhalten Interessierte auch Informationen über Lärmprävention und Gehörschutz. (FGH/sy)