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Donnerstag, 05.10.2017

Ohne Bad Muskau geht es nicht

Die Neißestadt wird Mitglied im neuen polnisch-deutschen Unesco Global Geopark Muskauer Faltenbogen.

Blick vom Ostufer der Neiße im östlichen Teil des Fürst Pückler Park.
Blick vom Ostufer der Neiße im östlichen Teil des Fürst Pückler Park.

© Rolf Ullmann

Die Stadt Bad Muskau will dem neu zu gründenden Unesco Global Geopark Muskauer Faltenbogen beitreten. Das haben die Stadträte in ihrer Sitzung in der vergangenen Woche beschlossen. Die Mitgliedschaft Bad Muskaus in dem Geopark, der den Stadtnamen im Titel trägt ist keineswegs obligatorisch. Den Park gibt es zwar, aber er muss neu gegründet werden, um eine länderübergreifende, polnisch-deutsche Trägerstruktur mit binationaler Verwaltung und stabiler Finanzierung aufzubauen. Sie ist die Voraussetzung für den Erhalt des Unesco-Titels, dessen Überprüfung 2019 ansteht, heißt es in der Begründung.

Juristisch wird das neue Gebilde in die Form eines EVTZ, eines Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit, gegossen. Verbünde dieser Art werden von der EU in besonderem Maße unterstützt. Nachteil dabei ist die unbeschränkte Haftung der Mitglieder. Deshalb sieht die Bad Muskauer Beitrittserklärung einen Zusatz vor, der die Übernahme einer Haftung grundsätzlich ausschließt.

Als weitere Mitglieder des Verbunds werden die Gemeinden Weißwasser, Döbern und Leknica wirken sowie die Landkreise Görlitz (Sachsen) und Spree-Neiße (Brandenburg). EVTZ- Sitz soll Leknica werden. Ein Termin für die Gründung der neuen Trägerstruktur wurde in der Stadtratssitzung nicht genannt. Ziel des Verbunds ist vor allem die touristische Vermarktung.

Die ersten Bemühungen zur Entwicklung des Muskauer Faltenbogens datieren ins Jahr 1998. Seit 2016 trägt der Park den Unesco-Titel. Weltweit gibt es 127 UnescoGeoparks. Als binationaler Park nimmt der Muskauer Faltenbogen eine besondere Stellung ein. Weltweit gibt es davon nur vier weitere Beispiele. (SZ/sdt)