Montag, 19.11.2012

Obama besucht als erster US-Präsident Birma

Rangun. US-Präsident Barack Obama hat die birmanische Regierung zu weiteren Reformschritten aufgerufen. Der Weg zur vollen Demokratie sei lang, sagte er bei einer Rede in der alten Universität von Rangun. „Ich strecke eine Hand der Freundschaft aus“, sagte Obama in einer Halle voller Studenten, die gebannt zuhörten.Es gab keinerlei Unterbrechungen durch Klatschen, wie Obama es sonst bei seinen Reden gewohnt ist. Der US-Präsident lobte die demokratische Öffnung, die Präsident Thein Sein seit dem Ende der Militärdiktatur im Frühjahr 2011 eingeleitet hat. Obama fügte aber hinzu, diese bemerkenswerte Reise habe gerade erst begonnen, und es sei noch ein weiter Weg.

Die Universität gilt als Geburtsstätte der Unabhängigkeitsbewegung in den 30er und 40er Jahren. Später begannen hier Studentenbewegungen gegen die Militärherrschaft. Soldaten feuerten hier 1962 auf Studenten. Die Universität war Jahrzehnte lang praktisch geschlossen - Studenten wurden in Provinzstädte oder zum Fernstudium gezwungen, um neue Aufstände zu verhindern.

Obama drängte die Regierung, die Versammlungs- und Medienfreiheit voll umzusetzen. Die ethnische Vielfalt des Landes, die das Militär jahrzehntelang als Vorwand für seine Diktatur nutzte, sei keine Schwäche, sondern eine Stärke. (dpa)

Drucken Empfehlen

  • Facebook
  • Twitter